Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 18.09.2019


Bezirk Kufstein

Passionsspiele Erl biegen in die Zielgerade

Bald werden im Grenzort wieder die langen Haare geschnitten. Am 5. Oktober hebt sich zum letzten Mal der Vorhang für die Mitterer-Passion.

Regisseur Markus Plattner (rechts) und das Schauspielerteam bringen seit der Premiere im Mai die Mitterer-Passion auf die Bühne.

© OtterRegisseur Markus Plattner (rechts) und das Schauspielerteam bringen seit der Premiere im Mai die Mitterer-Passion auf die Bühne.



Erl – Im Grenzdorf beginnen langsam, aber sicher die Friseurinnen und Friseure ihre Scheren zu schärfen. Am 5. Oktober fällt zum letzten Mal der Vorhang für die „kernig-scharfe“ Inszenierung der Passion von Markus Plattner. Felix Mitterer hat den Text dazu modernisiert. Mit dem Ende der Spielsaison werden die Haare und Bärte, die sich die Männer für das Schauspiel wachsen ließen, geschnitten – dies symbolisiert den „Schlusspfiff“ für 2019.

Erfolgreiche, bewegende und auch anstrengende Monate liegen hinter den Darstellern der Passionsspiele, wie Claudia Dresch vom Passionsspielverein erzählt.

Alle sechs Jahre bringen die Erler das Spiel auf die Bühne. Damit halten sie einen jahrhundertealten Brauch am Leben. Heuer war es wieder so weit. 550 Bürger bestreiten seit Mai jedes Wochenende zwei Vorstellungen der ältesten Passionsspiele im deutschsprachigen Raum. Ein Drittel der Einwohner der Gemeinde – jung wie alt – war und ist mit großer Begeisterung, viel Kondition und Motivation dabei. Am Wochenende waren Delegierte der führenden Passionsspielorte zu Gast in Erl. Vertreter aus St. Margarethen, Mettmach, Kirchschlag, Feldkirchen, Eibesthal, Thiersee und Dorfstetten kamen zum „Österreich-Treffen“. 50 Gäste, darunter der Vorstand der Europassion, Generalsekretär Josef Lang, trafen zum Informationsaustausch zusammen.

An die 33.500 Zuschauer haben das Spiel schon gesehen bzw. sich Karten gekauft. „Ich bin sicher, wir schaffen die 34.000“, hofft Dresch auf Kurzentschlossene. Vor sechs Jahren zählte man „sensationelle 60.000 Besucher“, so Dresch. (TT)

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