Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 22.09.2019


Bühne

Musicalkatzen miauen wieder in Wien

Seit Freitag wieder in Österreich: „Cats“ ist ab sofort im Ronacher zu sehen.

© APASeit Freitag wieder in Österreich: „Cats“ ist ab sofort im Ronacher zu sehen.



Wenn's läuft, dann läuft's: So könnte man salopp die Geschichte von „Cats" zusammenfassen. 1981 feierte das Musical von Andrew Lloyd Webber in London Premiere, 1982 wurde es an den New Yorker Broadway exportiert. Im September 1983 fand die deutschsprachige Erstaufführung in Österreich statt — damals gelang es Intendant Peter Weck, das Musical auf der Höhe seiner Popularität ins Theater an der Wien zu bringen. Sieben Jahre blieb „Cats" in Wien, in dieser Zeit fanden über 2000 Vorstellungen statt.

Knapp 30 Jahre später kehrt „Cats" nun in einer Neuinszenierung der Originalproduktion nach Wien zurück, diesmal ins Ronacher Theater. Geändert hat sich — erfreulich für die Fans von damals — nur wenig: Man kennt die Melodien, die Katzen kriechen immer noch durch den Zuschauerraum nach vorne auf die Bühne, die den Shabby Chic einer Londoner Müllhalde trägt. Dass „Cats" auf Gedichten von T. S. Eliot beruht, ist im deutschen Sprachraum weitgehend unbekannt. Nicht so in England: „Old Possum's Book of Practical Cats" über das Verhalten von Katzen war ein beliebtes Kinderbuch, das Andrew Lloyd Webber dazu inspirierte, die Geschichte eines Katzenclans in ein Musical zu verwandeln.

„Cats" ist auch in der Neuinszenierung im Ronacher eine lose Aneinanderreihung von starken Einzelteilen. Am besten ist dieses Musical, wenn es sich traut, lupenreine Revuenummern auf die Bühne zu bringen — etwa beim Eröffnungssong „Jellicle Cats". Dominik Hees gibt als Rum Tum Tugger die rockige Bühnensau, Stephen Martin Allan liefert als Mr. Mistoffelees zwar eine starke Ballettperformance, wirkt aber eher wie ein Gast und nicht wie ein Ensemblemitglied. Ana Milva Gomes ist als Grizabella den Herausforderungen des Superhits „Memory" („Erinnerung") zweifellos gewachsen, bei der Premiere schwang aber etwas zu viel Pathos mit.

Diese kleinen Anfangsschwächen lassen sich mit Sicherheit ausmerzen — „Cats" ist wieder in Österreich und dürfte im Ro­nacher das nächste Kapitel seiner Erfolgsgeschichte schreiben. (bawo)

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