Letztes Update am Do, 26.09.2019 08:03

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bayern

Kabarett im Niederang: Ottfried Fischer hält nicht viel von heutiger Comedy

In seinem neuen Buch spart der Schauspieler nicht mit Kritik. Das Kabarett sieht Fischer im Niedergang. „Unübersehbar, wie es schwächelnd sich suhlt im Parodiensumpf.“

Ottfried Fischer.

© Julia HammerleOttfried Fischer.



Passau – Der Kabarettist und Schauspieler Ottfried Fischer (65, „Der Bulle von Tölz“) geht in seinem neuen Buch („Heimat ist da, wo dir die Todesanzeigen etwas sagen“) scharf mit der heutigen Comedy-Szene ins Gericht. Statt Kabarett gebe es „mit Zehntausenden von Leuten überfüllte Riesenhallen und ausverkaufte Stadien, in denen Programme angeboten werden, die wild gewordene Hausfrauen für Theater halten“,

Das Kabarett sieht Fischer im Niedergang. „Unübersehbar, wie es schwächelnd sich suhlt im Parodiensumpf.“ Das Fernsehen sei nicht in der Lage, das Kabarett würdig zu vermitteln.

Der an Parkinson erkrankte Schauspieler zog vor zwei Jahren von München nach Passau, wo er als Kind häufig Zeit bei seinen Großeltern verbracht hat. Vor dem Umzug lag er wegen einer schweren Sepsis in einer Klinik. „Es bleibt einem nichts anderes übrig als nachzudenken, wenn man alleine im Krankenzimmer liegt“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Aus dieser Auseinandersetzung mit sich selbst sei die Biografie entstanden.

Das 200-seitige Buch erscheint morgen, Freitag. Darin schreibt er über Niederbayern, über Erlebnisse mit Kollegen, berichtet von seinem Alltag in Passau und setzt sich mit der Zeit und dem Tod auseinander. „Gegen Ende eines Lebens werden unaufhaltsam die Jahre kürzer.“ (APA/dpa)