Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 06.10.2019


Passionsspiele

Am Ende fallen die Haare: 35.000 Besucher sahen Passionsspiele Erl

Letzte Vorstellung gestern für die 500 Darsteller der Mitterer-Passion in Erl. Sofort danach wurden die Haare und Bärte der Männer gestutzt.

Am Ende fallen die Haare.

© Michael MaderAm Ende fallen die Haare.



Erl — „Wenn es die Leute berührt hat, der Funke übergesprungen ist — auch bei jenen, die nicht unbedingt ganz fest mit der katholischen Kirche verwurzelt sind —, dann haben wir alles richtig gemacht", sagt Peter Esterl, Projektleiter der Passionsspiele Erl.

Das eine oder andere feuchte Auge, nachdem Jesus ans Kreuz genagelt worden ist, und der tosende Applaus am Schluss, nachdem Jesus von den Toten auferstanden ist, geben ihm Recht. Sehr emotional war die Abschlussvorstellung aber auch für Jesus-Darsteller Florian Harlander: Erst vor wenigen Tagen ist er Vater geworden.

Schlussbild bei den Passionsspielen Erl 2019: Am Ende kamen noch einmal alle auf die Bühne des Festspielhauses.
Schlussbild bei den Passionsspielen Erl 2019: Am Ende kamen noch einmal alle auf die Bühne des Festspielhauses.
- Michael Mader

Seit dem 26. Mai wurde die Inszenierung von Markus Plattner nach dem modernisierten Text von Felix Mitterer jedes Wochenende zweimal aufgeführt. 35.000 Zuseher sahen das Leben und Sterben Jesu Christi. Damit gibt sich Esterl zufrieden. Dass die 60.000 Besucher der Passion 2013 nicht mehr erreicht werden können, war allen klar. „Damals war das 400-Jahr-Jubiläum, der neue Mitterer-Text und die Neuinszenierung von Markus Plattner. Heuer hatten wir im Schnitt mehr als 1000 Besucher pro Vorstellung, so wie auch bei der Passion 2008", weiß Esterl.

Rund 500 Leute aus Erl spielen mit, das ist ein Drittel der Bevölkerung. Gab es bei der Passion im Jahre 2013 noch zwei Jesusdarsteller, waren in diesem Jahr alle neun Hauptrollen doppelt besetzt. Esterl: „Das hat sich bewährt und wir mussten keine Angst vor einem Ausfall des Darstellers haben."

Sofort nach der Schlussverbeugung hieß es für die meisten männlichen Darsteller Haare kürzen und Bart ab. Trotz fünf Friseurinnen dauerte das noch insgesamt mehrere Stunden. (mm)

Ein kleiner Spaß für das Foto: Rudi Bucher mit halbem Bart.
Ein kleiner Spaß für das Foto: Rudi Bucher mit halbem Bart.
- Michael Mader