Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 25.10.2019


Bezirk Reutte

Reuttener Heimatbühne: Warum sind Max und Moritz nur so geraten?

Die Reuttener Heimatbühne spielt böse Buben und wagt sich an große Fragen heran.

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© Mittermayr Helmut



Von Helmut Mittermayr

Reutte – Dass Max und Moritz Übles im Schilde führten, weiß jeder. Zumindest jeder über 40. Warum sie aber so geraten sind, darüber kann man im Reuttener Paulusheim bald mehr erfahren. Die sieben Streiche, die sich Wilhelm Busch 1865 ausgedacht hat, werden heute wohl keinem Kind mehr zugemutet, übertrafen sie in ihren Grausamkeiten den Struwwelpeter noch bei Weitem. Die Reuttener Heimatbühne hat sich des Themas nun angenommen und präsentiert im November „Max und Moritz – Was ist da im Busch?“

Anlässlich ihres 45-jährigen Bestehens lassen sich die Theatermacher im Bezirkshauptort auf ein Experiment ein und arbeiten erstmals mit einem externen Regisseur zusammen. Der gebürtige Breitenwanger Peter Wallgram, Dramaturg und künstlerischer Produktionsleiter bei den Wuppertaler Bühnen, hat Max und Moritz als Autor auch völlig neu und „anders“ in Szene gesetzt. Er ist im Außerfern durch die gemeinsame Arbeit mit Johannes Leismüller aus der Kellerei, „Der kleine Horrorladen“, ein Begriff. Die Abfolge der Streiche wird aufgebrochen. Unter anderem gehen sie in eine Talkshow über, die der Frage der Schuld nachgeht. Warum sind die Buben nur so geraten? Schwere Kost ist das Stück trotzdem nicht. Parodie und Satire kommen auch im zeitgemäßen Gewand nicht zu kurz.

Die Bühne präsentiert sich nach großem Arbeitseinsatz erstmals seit Jahrzehnten auf der Höhe der Zeit. Michael Singer als Max und Simon Niedermayr als Moritz geben in ihren Moritaten das Böse zum Besten. Fritz Höllrigl kommt als Erzähler „Wilhelm Staudinger“ eine tragende Rolle zu. Ane Budde fungiert bei den Proben als Übersetzerin des Regisseurwillens. Insgesamt elf Schauspieler sind in dem Dreiakter zu sehen. Treibende Kraft, sich mit Wallgram in dieses Neuland vorzuwagen, war Roland Hiebl.

Für die beiden Protagonisten von Max und Moritz heißt es augenzwinkernd, die Rollen seien ihnen auf den Leib geschnitten.

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