Letztes Update am Mo, 02.09.2013 10:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bühne

Tiroler Volksschauspiele Telfs 2013 mit 90-prozentiger Auslastung

Die 55 Vorstellungen der heurigen Tiroler Volksschauspiele in Telfs haben an 38 Spieltagen rund 11.500 Zuschauer angelockt.

© Unter anderem stand Felix Mitterers Erstling „Kein Platz für Idioten“ auf dem Programm.



Telfs – Mit einer Auslastung von 90 Prozent ist Markus Völlenklee, der Obmann der Tiroler Volksschauspiele, zufrieden. Sei der Sommer 2013 doch einer der Grenzgänge in mehrfacher Hinsicht gewesen, so Völlenklee in seiner Bilanz. Und für ihn der Beweis, dass „in Telfs erfolgreich anspruchsvolles Sommertheater gemacht und angenommen wird“.

Spitzenreiter in Bezug auf Auslastung war auch heuer wieder Franz Kafkas aus der letztjährigen Saison wiederaufgenommener „Bericht für eine Akademie“ mit Felix Mitterer als zwangsvermenschlichter Affe Rotpeter, garniert mit Neuarrangements bekannter Schlager aus den 30er-Jahren durch Juliana und Siggi Haider.

Fast jede Vorstellung von Felix Mitterers Erstlingsstück von 1977 „Kein Platz für Idioten“ im Großen Rathaussaal endete mit Standing Ovations. Zur Aufführung in Telfs kam die Inszenierung der Luisenburgfestspiele Wunsiedel aus dem vergangenen Jahr, in Telfs neu besetzt mit Moritz Kathmair und Arthur Brauss.

Mit „Verrücktes Blut“ von Nurkan Erpulat und Jens Hillje ging im stimmungsträchtigen Kranewitter Stadl heuer eine Erstaufführung über die Bühne. Ein ironisches, erfrischend, respektlos vorgetragenen Stück über so aktuelle Themen wie Migration, Integration und Aggression.

Als „riskantes, aber theatralisch lohnendes Unternehmen“ beschreibt Völlenklee die Telfer Aufführung von Heinrich von Kleists „Käthchen von Heilbronn“. Zelebriert als „Theater auf dem Wasser“, indem das Telfer Hallenbad in einen sehr speziellen Theaterraum „der poetischen Bilder“ (Völlenklee) verwandelt wurde.

Künstlerisch ging für den Obmann der Telfer Volksschauspiele das Konzept auf, in Sachen Kosten wurde das „Käthchen“ allerdings zum Grenzgang. Gestaltete sich das Bespielbarmachen des Hallenbades doch als wesentlich teurer als kalkuliert, was die in Sachen Adaptierung ungewöhnlicher Spielorte erfahrenen Telfer doch einigermaßen überrascht hat. Mit der Konsequenz, einen bereits geplanten Liederabend auf dem Rathausplatz canceln zu müssen. (TT)




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