Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 12.12.2015


Eurovision Song Contest

Tirolerin will Österreich in Stockholm vertreten

Die Matreier Sängerin Sarah Köll rittert um den Start beim Song Contest 2016. Die erste Hürde hat sie schon überwunden.

Sarah Köll alias Sara Koell ist 25 Jahre. Zurzeit musiziert sie mit der ehemaligen Song-Contest-Teilnehmerin Nadine Beiler.

© Gerhard GrogerSarah Köll alias Sara Koell ist 25 Jahre. Zurzeit musiziert sie mit der ehemaligen Song-Contest-Teilnehmerin Nadine Beiler.



Von Catharina Oblasser

Matrei i. O., Wien – Es nennt sich „Wildcard“ und könnte für die Matreier Sängerin und Musikerin Sarah Köll alias Sar­a Koell das Ticket nach Stockholm sein. Dort findet im Mai 2016 nämlich der nächste Eurovision Song Contest statt, und Sarah Köll möchte ihr Heimatland dort vertreten.

„Ich bin eine von zwanzig Bewerbern und Bewerberinnen, die eine Chance auf die Wildcard bekommen“, freut sich die 25-Jährige, die als Gesangslehrerin in der Musik­schule von Reutte arbeitet. Geschafft hat sie das mit der Nummer „Closer to the Sun“. Der Text stammt von Sarah selbst, die Musik hat Profikomponist und DJ Philipp van het Veld geschrieben. Der Song kam bei der Song-Contest-Jury rund um Musikscout Eberhard Forcher gut an und wurde deshalb in die engere Auswahl für einen Startplatz in Stockholm aufgenommen.

Nun liegt es an den Face­book-Nutzern. Über den Link https://www.facebook.com/ESCOesterreich können Song-Contest-Freunde Sarahs Lied „Closer to the Sun“ aufrufen und anhören. Auch die anderen Bewerber um die Wildcard sind dort vertreten. Im Jänner wird dann der Link für die definitive Abstimmung freigeschaltet. Der Interpret, der dort die meisten Befürwortungen erhält, darf zur Liveshow fahren und sich persönlich vorstellen. Das soll am 12. Februar 2016 der Fall sein. Wenn Sarah die begehrt­e Wildcard ergattert, muss sie sich gegenüber den anderen neun Song-Contest-Bewerbern, die von der Jury ausgewählt werden, durchsetzen, um die Stimme Österreichs in Stockholm zu werden.

„Es ist eine große Ehre für mich, dass ich in die engere Auswahl für die Wildcard gekommen bin“, meint die Matreierin, die schon mit 13 Jahren auf Musikbühnen stand. Mit Juror Eberhard Forcher verbindet sie, dass dieser ebenfalls aus Osttirol stammt. „Wir kennen uns zwar, aber das hatte auf die Entscheidung keinen Einfluss“, sagt Sarah.

Erfahrungen auf der großen Bühne und im Fernsehen hat die Osttirolerin schon 2013 bei der Castingshow „The Voice of Germany“ gemacht, wo sie es bis in die letzte Runde vor den finalen Liveshows schafft­e. Zurzeit ist Sarah gemeinsam mit Nadine Beiler, der Songcontest-Teilnehmerin von 2011, unterwegs. Die beiden singen mit Jason Dunman und Harald Fahrngruber in der Pop- und Electroband Sunrise 16.

Das nächste Mal in Osttirol zu hören ist Sarah beim Damen-Weltcup am 28. Dezember auf dem Lienzer Hauptplatz. Im Februar 2016 tritt sie bei den Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaften in Igls auf.