Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 20.04.2016


TV-Serie

“Game of Thrones“: Obama soll Geheimwissen preisgeben

US-Präsident Obama hat die neue Staffel von „Game of Thrones“ vorab gesehen. Eine Journalistin fordert nun, dass er seine Informationen mit anderen Fans teilt.

© © HBO Enterprises - All RightsDer britische Schauspieler Kit Harington als Jon Snow in „Game of Thrones“



Washington – In den USA hat jeder Bürger das gesetzlich geregelte Recht, mittels offizieller Eingabe beim Justizministeriu­m Zugang zu Dokumenten und Regierungsinformationen einzufordern. Die Autorin und Komikerin Vanessa Golembewski hat vom „Freedom of Information Act“ (FOIA) nun Gebrauch gemacht. Sie fordert, dass Präsident Barack Obam­a Details zur noch unveröffentlichten sechsten Staffel der erfolgreichen Serie „Game of Thrones“ preisgeben soll. Schließlich sei Obama einer der wenigen, die bereits vorab einen Blick auf die neuen Folge­n der Fantasy-Serie werfen durften.

Gemäß der FOIA-Regelung sind US-Behörden verpflichtet, alle Anfragen zu beantworten. Es sei denn, diese fällt unter eine von neun Ausnahmen, etw­a den Schutz der nationalen Sicherheit oder der Privatsphäre einer dritten Person. Dies, so Golembewski, sei bei ihrer Eingabe nicht der Fall. Möglicherweise fiele „Game of Thrones“ allerdings in den „Graubereich persönlicher Angelegenheiten eines Staatsdieners“, schreibt sie in der Onlineausgabe des US-Magazins Slate.

Barack Obama, seit Langem ein bekennender Fan der auf George R. R. Martins Buch­reihe „Das Lied von Eis und Feuer“ basierenden Serie, hatte die „Game of Thrones“-Produzente­n Dan Weiss und David Benioff kürzlich gebeten, ihm die ab 25. April auf dem US-Sender HBO – und hierzulande paralle­l dazu auf dem Pay-TV-Sender Sky Atlanti­c – ausgestrahlte sechste Staffel früher zu zeigen.

„Wenn der Anführer der freie­n Welt einen Wunsch äußert, was will man da machen“, zitiert Der Spiegel den ansonsten um absolute Geheim­haltung bemühten Dan Weiss. Selbst Pressevorführungen habe es für Staffel sechs nicht gegeben.

US-Präsident Barack Obama kennt Staffel sechs bereits.
- REUTERS

Dafür fuhr HBO in den vergangenen Monaten eine massive „Game of Thrones“-Werbekampagne. Zentrales Thema: Wird die von Kit Harington gespielte Figur Jon Snow überleben? Auskunft darüber können im Moment selbst Kenner der Buchvorlage nicht geben. Inzwischen hat die TV-Serie die Romanreihe überholt. Währen­d George R. R. Martins neuestes Werk „The Winds of Winter“ mehrfach angekündigt und immer wieder verschoben wurde, mussten die Serienschöpfer zunehmend eigene Erzählfäden spinnen.

Sollte Barack Obama sein Geheimwissen über den Fortgang des Serien-Hits für sich behalten, könnte Vanessa Golembewski an der Technischen Universität München vorstellig werden. Dort haben Studenten einen Algorithmus entwickelt, der „Game of Thrones“-Todesfälle vorhersagt. Die Erfolgsquote liege bislang bei 74 Prozent, teilt die TU am Dienstag mit.

Im Fall von Jon Snow hat der Algorithmus – das kann auf www.got.show nachgelesen werden – eine Todeswahrscheinlichkeit von lediglich elf Prozent errechnet. (jole)


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