Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 12.10.2016


“Burnout“

Tiroler investierten Tausende Stunden Arbeit für ei(ge)nen Kinofilm

Ein Haufen Filmlaien, viel Begeisterung, die fixe Idee, eine Komödie in Szene zu setzen und jede Menge Verrücktheit: Das steckt hinter „Burnout“.

© burnout-der-filmEine Tiroler Komödie will die Produktion „Burnout“ sein. Ab 21. Oktober läuft der Film im Kino.Foto: burnout-der-film.at



Von Marco Witting

Innsbruck – Es ist nicht Hollywood. Eher so Hobbywood. Ein Kernteam von zehn, zwölf Menschen, größtenteils Filmlaien, kommt auf die Idee, eine Komödie im Stil der großen US-Blockbuster zu drehen. Und macht es. So kam die Tiroler Produktion Burnout zustande – und mit 21. Oktober ins Kino. Im Dialekt. Mit deutsch- und englischsprachigen Untertiteln. Was auch sonst?

Die Frage nach dem Warum, die muss das selbst ernannte Filmkollektiv five season cinema öfter beantworten. Und die Geschichte dahinter ist so schräg, wie der komplette Plan. Johannes Schmid, mitverantwortlich für Regie, Drehbuch und Idee: „Mein Bruder Martin ist Musikant und hat etwa im Jahr 2008 einmal gesagt, er würde gerne Filmmusik komponieren. Gut, dann haben wir eben einen Film dazu gemacht.“ Den ersten, zehnminütigen Streifen will man mittlerweile gar nicht mehr zur eigenen Vita zählen. Aber Burnout, eine „derbe Komödie mit subtiler Botschaft“ (O-Ton Schmid), ist nun schon der vierte und ambitionierteste Film der Combo.

„Wir machen das ohne Bezahlung für Schauspieler, es gibt nicht den Anspruch damit Geld zu verdienen“, sagt Schmid. Ein Film für die Schaffenden selbst? „Ja. Schon. Aber wir zeigen ihn natürlich auch gerne her“, sagt Schmid, sonst Dozent am MCI.

Seine hauptberufliche Tätigkeit als Disponent hat Johannes Sporer zum Produzenten des Filmes werden lassen. Als der hat er die Dreh­orte (70 Prozent wurden in Tirol gedreht, der Rest sogar in Italien und Kroatien) genau ausgesucht, sowie die insgesamt rund 150 am Streifen Beteiligten koordiniert. Die Tausenden Stunden aller Mitwirkenden hat man nicht gezählt. „Es waren schon eineinhalb Jahre intensiver Arbeit“, sagt Sporer. Der Plot selbst? Die drei Hauptpersonen des Films sind jeweils an einem Punkt im Leben angelangt, an welchem sie den Anforderungen des Alltags nicht mehr gewachsen scheinen. „Das soll aber nicht gegen Menschen mit einer Krankheit gehen, sondern der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten, wie sie mit ihnen umgeht“, sagt Schmid, der auch die Regie übernahm. Gesehen hat den Streifen außerhalb des Kernteams noch niemand. Pechschwarzer Humor soll ihn aber kennzeichnen. Gezeigt wird der Film ab dem 21. Oktober im Metropol Kino Innsbruck für mindestens zwei Wochen. In Kufstein (28.10.) und Imst (29.10.) gibt es den Streifen ebenfalls zu sehen. Und wenn das Publikum den Film sch...lecht finden sollte? Schmid, der sich alle Vorstellungen und die Reaktion der Zuschauer anschauen will, nimmt es locker. „Dann haben die Zuschauer zwei Stunden. Wir alle aber 5000 Stunden Zeit vergeudet.“ Wenn der Film so geworden ist, wie seine Macher sind, sollte es doch etliche Lacher geben.