Letztes Update am Mo, 09.01.2017 09:27

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rekord

Musical-Romanze „La La Land“ räumt sieben Golden Globes ab

Die Hommage an das goldene Zeitalter des Hollywood-Musicals wurde unter anderem als beste Komödie ausgezeichnet. Preise gab es auch für die Hauptdarsteller Emma Stone und Ryan Gosling.

"La La Land"-Cast und Crew posieren mit ihren Golden Globes.

© Reuters"La La Land"-Cast und Crew posieren mit ihren Golden Globes.



Los Angeles – Sieben Wochen vor der Oscar-Verleihung hat die Musical-Romanze „La La Land“ bei den Golden Globes sieben Preise abgeräumt - das ist neuer Rekord. Die Vater-Tochter-Geschichte „Toni Erdmann“ der deutschen Regisseurin Maren Ade mit dem österreichischen Schauspieler Peter Simonischek in einer Hauptrolle ging in der Kategorie „bester nicht-englischsprachiger Film“ leer aus.

Bei der Gala in Los Angeles bekam „La La Land“ in der Nacht auf Montag unter anderem den Preis für die beste Komödie oder das beste Musical und die beste Regie. Die beiden Hauptdarsteller Ryan Gosling und Emma Stone wurden als beste Hauptdarsteller in einer Komödie oder einem Musical ausgezeichnet.

Favorit räumte alle Preise ab

„La La Land“, eine Hommage an das goldene Zeitalter des Musicals von Regisseur Damien Chazelle, war bei der Gala mit sieben Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangen - und räumte letztlich alle sieben Preise ab. In der Kategorie „Bestes Musical/Komödie“ setzte sich „La La Land“ gegen „20th Century Women“, „Deadpool“, „Florence Foster Jenkins“ und „Sing Street“ durch.

Chazelle wurde als bester Regisseur geehrt und setzte sich damit gegen Mel Gibson („Hacksaw Ridge“), Barry Jenkins („Moonlight“), Kenneth Lonergan („Manchester by the Sea“) und Tom Ford („Nocturnal Animals“) durch. Außerdem bekam er den Preis für das beste Drehbuch. Auch die Original-Filmmusik von „La La Land“ des US-Amerikaners Justin Hurwitz wurde prämiert. „La La Land“ erhielt außerdem den Preis für den besten Song.

Ryan Gosling und Emma Stone waren auch beim traditionellen Oscar-Lunch dabei.
Ryan Gosling und Emma Stone waren auch beim traditionellen Oscar-Lunch dabei.
- AFP

Gosling setzte sich in der Kategorie bester Schauspieler in einer Komödie oder einem Musical gegen Colin Farrell („The Lobster“), Hugh Grant („Florence Foster Jenkins“), Jonah Hill („War Dogs“) und Ryan Reynolds („Deadpool“) durch. Stone gewann gegen Annette Bening („20th Century Women“), Lily Collins („Rules Don‘t Apply“), Hailee Steinfeld („The Edge of Seventeen“) und Meryl Streep („Florence Foster Jenkins“).

Kein Award für „Toni Erdmann“

In der Sparte „bester nicht-englischsprachiger Film“ siegte „Elle“ aus Frankreich u.a. über „Toni Erdmann“. Der französische Leinwandstar Isabelle Huppert spielt in dem Vergewaltigungsdrama des niederländischen Regisseurs Paul Verhoeven die Hauptrolle. Sie wurde dafür mit dem Golden Globe als beste Drama-Schauspielerin ausgezeichnet. Die Französin spielt darin eine vergewaltigte Frau, die ihren Peiniger aufspürt.

Casey Affleck nahm seinen ersten Golden Globe als bester Drama-Darsteller für seine Rolle in dem berührenden Familiendrama „Manchester by the Sea“ entgegen. Er spielt er einen gebrochenen Mann, der nach dem Tod seines Bruders in seinem Heimatdorf von der Vergangenheit eingeholt wird.

Der Film „Moonlight“ von Regisseur Barry Jenkins hat den Golden Globe als bestes Filmdrama gewonnen. Das berührende Werk erzählt von einem jungen, schwulen Afroamerikaner.

TV-Auszeichnungen für „The Crown“ und „Atlanta“

„The Crown“ über die britische Königin Elisabeth II. wurde als beste Dramaserie ausgezeichnet worden. Für die Titelrolle der Netflix-Reihe gewann am Sonntagabend Claire Foy auch den Preis als beste Schauspielerin in einer Dramaserie. Der Preis für die beste Comedyserie ging an „Atlanta“. Dessen Erfinder Donald Glover gewann auch den Preis als bester Hauptdarsteller in einer Comedyreihe. Er spielt in der Serie des US-Kleinsenders FX einen gescheiterten Alleingänger, der zum Manager seines rappenden Cousins wird.

"Atlanta"-Schöpfer und -Hauptdarsteller Donald Glover.
"Atlanta"-Schöpfer und -Hauptdarsteller Donald Glover.
- Reuters

Bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie wurde Billy Bob Thornton in der Amazon-Serie „Goliath“. Tracee Ellis Ross gewann als beste Hauptdarstellerin in einer Comedyserie für „Black-ish“. Sie läuft in den USA auf ABC. Der Preis war die einzige Auszeichnung für eine Reihe von einem der großen US-TV-Sender.

In den Kategorien für „Miniserie oder Fernsehfilm“ triumphierten zwei Serien zu zeitgenössischen Themen: „The People v. O.J. Simpson: American Crime Story“ wurde zur besten Miniserie erklärt. Schauspielerin Sarah Paulson gewann für ihre Rolle in der Reihe über den Mordprozess des früheren Football-Stars den Preis als beste Darstellerin. Die Serie ist eine Produktion von FX.

Alle drei weiteren Schauspielpreise gingen an „The Night Manager“, eine Thrillerserie nach einem Roman von John le Carre: Tom Hiddleston siegte als bester Hauptdarsteller; Hugh Laurie und Olivia Colman gewannen darin die Preise für Nebendarsteller. Die Serie wurde von der britischen BBC produziert und auch bei Amazon gezeigt.

HBO ging überraschend leer aus

Der Sender HBO ging heuer dagegen überraschenderweise völlig leer aus. Der US-Kabelsender produziert beliebte Serien wie „Game of Thrones“ und die Politsatire „Veep

Die seit 1944 vergebenen Golden Globe Awards sind die wichtigsten Filmpreise nach den Oscars. Über die Gewinner entscheidet eine Gruppe von knapp 100 internationalen Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten. Die Verleihungszeremonie findet traditionell bei einem lockeren Gala-Dinner statt. Bisher hielten „Einer flog über das Kuckucksnest“ und „Midnight Express“ den Globe-Rekord. Beide waren in den 1970er Jahren mit je sechs Trophäen geehrt worden.

Meryl Streep hielt Anti-Trump-Rede

Schauspielerin Meryl Streep hielt bei den Golden Globes eine engagierte Rede gegen den künftigen US-Präsidenten Donald Trump. „Wenn die Mächtigen ihre Position benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle“, sagte Streep am Sonntag unter Tränen bei der Entgegennahme des Cecil B. Demille Preises für ihr Lebenswerk. Auch Gala-Moderator Jimmy Fallon nahm in seinem Eröffnungsmonolog gleich mehrfach Trump aufs Korn.

„Toni Erdmann“ hatte im Dezember bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises in Breslau triumphiert und insgesamt fünf Preise abgeräumt, darunter für den besten Film und die beste Regie. Die Tragikomödie geht auch für Deutschland ins Rennen um eine Oscar-Nominierung. (APA/AFP/dpa)

Gewinner bei den 74. Golden Globes

Bestes Filmdrama: „Moonlight“

Beste Komödie/Musical: „La La Land“

Bester Schauspieler in einem Filmdrama: Casey Affleck („Manchester by the Sea“)

Beste Schauspielerin in einem Filmdrama: Isabelle Huppert („Elle“)

Bester Schauspieler in einer Komödie/Musical: Ryan Gosling („La La Land“)

Beste Schauspielerin in einer Komödie/Musical: Emma Stone („La La Land“)

Bester Nebendarsteller: Aaron Taylor-Johnson („Nocturnal Animals“)

Beste Nebendarstellerin: Viola Davis („Fences“)

Beste Regie: Damien Chazelle („La La Land“)

Bestes Drehbuch: Damien Chazelle („La La Land“)

Beste Filmmusik: Justin Hurwitz („La La Land“)

Bester Filmsong: City Of Stars, Justin Hurwitz aus „La La Land“

Bester Animationsfilm: „Zoomania“

Bester nicht-englischsprachiger Film: „Elle“ (Frankreich)

Beste Drama-Serie: „The Crown“ (Netflix)

Beste Comedy-Serie: „Atlanta“ (FX)