Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.07.2017


Film und TV

Expedition ins Reich der Teenager

Eher uncool: Leander Haußmanns Verfilmung von Jan Weilers Familien-Bestseller „Das Pubertier“.

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© Constantin



Von Bernadette Lietzow

Innsbruck – Im September eröffnet Leander Haußmann die Burgtheater-Saison mit Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“, ab kommendem Freitag sorgt er im Kino für eher oberflächliche als leichte Sommerunterhaltung. „Das Pubertier“, Jan Weilers literarisch verewigter Selbstversuch, die Zwangsgemeinschaft Eltern und heranwachsende Kinder halbwegs unbeschadet zu überstehen, sorgte 2014 für Furore, inzwischen gibt es bereits zwei Nachfolgebücher und das ZDF startet im Herbst eine Serie. Davor sind die niedlichen großen und kleinen Tierchen auf der Leinwand zu bestaunen.

Jan Josef Liefers und Heike Makatsch steigen in den Ring, um sich vor ihrer Filmtochter Carla (Harriet Herbig-Matten), die gerade noch ein entzückendes Kind war, gehörig zu fürchten. Papa Hannes, der in einer Art Auszeit nicht nur an einem abstrusen Sandkorn-Epos schreiben, sondern auch seine Tochter ins klassische Konzert ausführen möchte, ist in Liefers Händen ein liebenswerter Chaot, der nicht nur drehbuchgemäß seiner Tochter schwer auf die Nerven geht, sondern zunehmend auch dem Zuseher.

Allzu bereitwillig und vorhersehbar wird da auf die Spaßtube gedrückt, wenn er vom Waschbären gebissen vom Dach fällt oder der Tochter recht tollpatschig das ersehnte Smartphone besorgen will. Mutter Heike Makatsch geht als Figur im Film immer wieder einmal verloren, aber, Vater-Tochter-Klischee, der Papa ist ja die Hauptperson. Hysterisches Erwachsenen-Beiwerk sind Detlev Buck und Monika Gruber, ein mehr als frustriertes Ehepaar, das im Verein mit dem Vater und unter Zuhilfenahme von Alkohol und Joints dafür sorgt, dass Carlas Geburtstagsparty auf der Polizeistation endet.

Das junge Volk, angeführt von der begabten 13-jährigen Hauptdarstellerin, hat zwischen Zahnspange, schwerer Akne und erstem Liebesleid recht wenig zu melden, Stichwortgeber und Animateure sind und bleiben die erwachsenen Stars. Und die bieten in dieser Komödie seltsam wenig Gelegenheit, zu lachen. Merke: Falsch laufen kann nicht nur die Teenager-Erziehung.

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