Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 21.02.2018


Film und TV

Bergdoktor ging in die Luft

Während die Serie heute wieder über die Bildschirme flimmert, wird schon an einem Winterspecial für kommendes Jahr gedreht. Dabei ist auch eine Heli-Crew im Einsatz.

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© Zoom.Tirol



Ellmau, Going – Auch heute Abend sperrt „Der Bergdoktor“ um 20.15 Uhr in ORF 2 seine Ordination auf. Doch während die aktuelle Staffel der Erfolgsserie gerade über die Bildschirme läuft, wird gleichzeitig für Nachschub gesorgt. In Ellmau, Going und Umgebung wird dieser Tage fleißig ein Winterspecial gedreht. Die Vorabbeschreibung des Films „Der Preis des Lebens“ verspricht jedenfalls jede Menge Action. Dafür wird auch die Crew eines Christophorus-Hubschraubers sorgen, die an den jüngsten Drehtagen im Einsatz war.

Seit 30. Jänner wird am Wilden Kaiser gedreht. Der Plot ist einfach erzählt. Bergdoktor Martin Gruber, wieder gespielt von Hans Sigl, geht mit Freunden auf eine gemeinsame Skitour. Bei der Querung eines Schneefeldes gerät ein Teil der Gruppe in eine Lawine und wird verschüttet. Nach einer verzweifelten Suche werden zwei Menschen aus einem eisigen Hohlraum gerettet. Doch das hat traumatische Folgen – so die offizielle Aussendung.

Ein paar Tage dauern die Dreharbeiten noch – der Film selbst kommt dann wohl in einem Jahr ins Hauptabendprogramm. Mehr als nur Nebendarsteller in dem Film: die Landschaft um den Wilden Kaiser und echte Retter aus dem Unterland.

Mit dem Christophorus X, einer Reservemaschine des ÖAMTC, wurde auch gestern fleißig rund um Going im Schnee gedreht. Für Pilot Christoph Grünbacher, Stammpilot des C4, steht dabei aber nicht die laufende Kamera im Fokus, sondern die „Sicherheit und das komplette Umfeld“, wie er erklärt. Aber natürlich gebe es Kontakt mit den Stars der Serie. Wenn es dir Zeit erlaube, schaue er die Serie und die Bilder aus der Region auch daheim mit seiner Frau gerne an.

Christoph Grünbacher und Flugretter Hannes Grander (v. l.) waren beim Dreh in Going mit dabei.
Christoph Grünbacher und Flugretter Hannes Grander (v. l.) waren beim Dreh in Going mit dabei.
- Zoom.Tirol

Seit 2009 ist Ellmau die (neue) Heimat des Bergdoktors. Für den Geschäftsführer des Tourismusverbandes Wilder Kaiser, Lukas Krösslhuber, ist es „als Region schon sehr praktisch, wenn man sich im Hauptabendprogramm im wichtigsten Markt Deutschland“ präsentieren kann. Speziell die Verknüpfung des Wilden Kaisers mit der Serie sei „hilfreich“. Mittlerweile werde nicht nur die erste Station der Serie (das Mieminger Plateau war in den 90ern Schauplatz) damit verbunden, sondern eben auch Ellmau und Going. „Wir haben mit dem ZDF auch eine Lizenzvereinbarung, dass Ellmau entsprechend genannt wird“, sagt Krösslhuber. Er selbst schaue die Serie natürlich aus beruflichen Gründen „vor allem aus touristischer Sicht“ an – seine Frau sei aber eine treue Seherin. 6,61 Millionen Zuschauer in Deutschland vergangene Woche – dazu noch ein Rekordwert mit 868.000 Zuschauern (3. Jänner) im ORF: Die Quoten für die Serie stimmen jedenfalls.

Derzeit wird auch in Going oft gedreht. Auch Bürgermeister Alexander Hochfilzer ist darüber erfreut: „Natürlich ist man da stolz und schaut sich das gerne an.“ Man helfe bei den Dreharbeiten auch als Gemeinde mit – wenn dies vonnöten sei. (mw)


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