Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 24.06.2018


Film und TV

Die Widrigkeiten eines Filmerlebens

© immigration picturesWolfgang Hug und Immanuel Degn (rechts) in einer Szene von „Der Film der nie gemacht wurde“.Foto: Immigration Pictures



Innsbruck – Der Innsbrucker Schauspieler Immanuel Degn – zuletzt etwa in „Nullmensch“ im Brux zu erleben – dreht schon seit gut einem Jahrzehnt regelmäßig abendfüllende Spielfilme. Ohne Budget, aber mit viel Einsatz entstanden verwegene Science-Fiction, Fußballer-Dramen und der eine oder andere Schmachtfetzen. Degns Filme versprühen den Charme unverfrorenen Dilettantismus, sie sind lustvoll verschroben – und, gerade in den besonders ernsten Momenten, irrsinnig witzig. Vor allem aber sind sie selbstbewusst und sich ihrer selbst bewusst. Das heißt: Sie setzen sich durchaus offensiv mit ihrem Verfasstheit als „No-Budget-Film“ auseinander. Degns neuester Film massakriert seine Metaebene bereits im Titel: „Der Film der nie gemacht wurde“ – wer braucht schon Beistriche? – handelt von den Widrigkeiten eines Filmerlebens zwischen Los Angeles und Salzburg. Und es geht um sexuelle Sünden, frustrierende Fernbeziehungen und Spielsucht. Könnte irgendwann Kult werden. Könnte. (jole)




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