Letztes Update am Fr, 29.06.2018 11:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kino-Doku

Wenn im Brennerbasistunnel doppelte „Action“ herrscht

Nikolaus Geyrhalter drehte für seinen im Jahr 2019 erscheinenden Kinodokumentarfilm „ERDE“. Schauplatz dafür waren in den vergangenen Tagen die Bauarbeiten des Brennerbasistunnels.

© TT/HammerleArbeiten im Brennerbasistunnel.



Innsbruck – Die „Action“ wird hier frei Haus geliefert: Der im Entstehen befindliche Brennerbasistunnel war in den vergangenen Tagen Schauplatz von Dreharbeiten für den Kinodokumentarfilm „ERDE“ von Nikolaus Geyrhalter. Das Werk, das im kommenden Jahr in die Kinos kommen soll, „porträtiert“ große Erdbewegungsprojekte hautnah und erzählt über die Beziehung zwischen Mensch und Erdoberfläche.

Das Projekt basiert auf dem geologischen Aspekt des Anthropozäns – des vom Menschen beeinflussten gegenwärtigen Erdzeitalters – und beobachtet unter anderem, wie der Mensch mit Hilfe modernster Technologien und Methoden die Erdoberfläche verändert. „Seit kurzem verschiebt der Mensch weltweit mehr Erdoberfläche als die Natur“, erklärte Geyrhalter, Regisseur, Produzent, Kameramann und Mastermind der gleichnamigen Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion in einer Person im Gespräch mit der APA.

An sechs Tagen heftete sich die kleine Filmcrew bisher an die Fersen der Beteiligten an dieser immensen Bauaktivität für die „längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt“. „Wir waren zum Beispiel bei einer Sprengung dabei und haben das filmisch festgehalten. Drei Kameras und etliche Scheinwerfer haben wir dafür opfern müssen, um diese Szene schließlich umsetzen zu können“, schilderte der Filmemacher einige Eindrücke an diesem besonderen „Set“. Volle Konzentration und hautnahes „Heranpirschen“ an die Arbeitsvorgänge war angesagt - Interviews mit Beteiligten inklusive.

Über zwei Jahre dauert die Produktion für die Kino-Doku bereits an. Schauplätze unter anderem in Europa, den USA, Kanada und Südafrika wurden aufgesucht. Zu viel will Geyrhalter vorerst noch nicht preisgeben, nur soviel: Gedreht habe man unter anderem das Einebnen ganzer Berge um großen Wohnhausprojekten in Kalifornien platz zu schaffen, die Schieferölproduktion in Kanada sowie diverse Minen, wie zum Beispiel die eines Kohlekraftwerkes in Ungarn.

Bis Februar 2019 soll die Produktion noch andauern. Das Filmprojekt wird in Kooperation mit ORF und 3sat produziert. Und dann dürfte der Brennerbasistunnel zunächst einmal auf der Leinwand ein Ausrufezeichen setzen. (APA)


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