Letztes Update am Sa, 11.08.2018 16:34

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Auszeichnung

71. Filmfestival Locarno: „Chaos“ aus Österreich holt Spartenpreis

Das Dokumentarwerk der in Wien lebenden Syrerin Sara Fattahi triumphiert in der Nebenschiene „Cineasti del Presente“.

© Locarno Festival/PedrazziniDas Dokumentaressay "Chaos" der in Wien lebenden Regisseurin Sara Fattahi siegte in der Sparte der zeitgenössischen Filmemacher.



Locarno – Triumph für das Dokumentaressay „Chaos“ bei den 71. Filmfestspielen von Locarno: Das Werk der in Wien lebenden Syrerin Sara Fattahi wurde am Samstag mit dem Goldenen Leoparden in der Sektion der zeitgenössischen Filmemacher, „Cineasti del Presente“, geehrt. Produziert hat den zweiten Langfilm der 35-jährigen Fattahi die Wiener Little Magnet Films.

Damit setzte sich der Wiener Beitrag in der für Erst- und Zweitfilme vorbehaltenen Sparte gegen 15 Konkurrenten aus aller Welt durch. Der Hauptpreis in der Nebensektion ist mit 40.000 Franken (35.115 Euro) dotiert, die zu gleichen Teilen an die Regisseurin und den Produzenten gehen.

„Chaos“ ist der zweite Teil einer geplanten Trilogie von Fattahi. Sie rückt damit nach ihrem Debüt „Coma“ (2015) erneut das Schicksal syrischer Frauen angesichts des Bürgerkriegs in ihrem Heimatland in den Fokus. Hatte die aus Damaskus stammende Regisseurin mit „Coma“ weibliche Mitglieder ihrer eigenen Familie porträtiert, stellt sie in „Chaos“ nun drei Frauen - darunter ihr Alter Ego - und deren Umgang mit Verlust und innerem Exil in den Mittelpunkt. Den Abschluss der Reihe soll dann der erste Spielfilm der seit zweieinhalb Jahren in Wien lebenden Fattahi sein.

Goldener Leopard an „A Land Imagined“

Den Hauptpreis des Filmfestivals Locarno, den Goldenen Leoparden, gewann überraschend der Spielfilm „A Land Imagined“ des Regisseurs Yeo Siew Hua aus Singapur. Das gab die Jury unter Vorsitz des chinesischen Regisseurs Jia Zhang-ke am Samstag bekannt.

Finanziert wurde der Film, der in einer Mischung aus Thriller, Lovestory und Baustellenreport moderne Formen der Ausbeutung geißelt, von Produzenten aus Singapur, Frankreich und den Niederlanden.

Als beste Schauspieler wurden die junge rumänische Debütantin Andra Guti für ihre Rolle als rebellischer Teenager in „Alice T.“ (Rumänien/Frankreich/Schweiz) und der Südkoreaner KI Joobong als alternder Dichter in „Das Hotel am Fluss“ (Südkorea) ausgezeichnet. (APA/TT.com)


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