Letztes Update am Fr, 16.11.2018 12:52

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ninja Warrior Germany: Finale

Im Theater trainiert: Innsbrucker Student will „Ninja Warrior“ werden

Nach erfolggekrönten Teilnahmen bei „Ninja Warrior“ und „Big Bounce“ hat es Simon Brunner nach Innsbruck verschlagen. Der gebürtige Bayer hat sich für das heutige Finale von „Ninja Warrior“ ein hohes Ziel gesetzt — sein lädiertes Knie soll ihn davon nicht abhalten.

Zweimal war er schon alleine dabei, die Team-Ausgabe hat er sogar gewonnen: Simon Brunner ist Stammgast bei "Ninja Warrior Germany".

© MG RTL D / Stefan GregorowiusZweimal war er schon alleine dabei, die Team-Ausgabe hat er sogar gewonnen: Simon Brunner ist Stammgast bei "Ninja Warrior Germany".



Von Tamara Stocker

Innsbruck – Simon Brunner (21) weiß genau, wie der Hase läuft. Denn was TV-Parcours angeht, ist der 21-Jährige selbst ein alter Hase. „Ultimate Beastmaster“, „Ninja Warrior“, „Big Bounce“ – keine Show hat der Wahl-Innsbrucker in den vergangenen Jahren ausgelassen. Im Finale der RTL-Trampolin-Show „Big Bounce“ musste er sich im Frühjahr dem Tiroler Lorenz Wetscher geschlagen geben, wenig später folgte mit dem Gewinn von „Team Ninja Warrior“ sein bisher größter Triumph.

Es geht weniger um die Ausdauer, man muss einfach schnell sein.“
Simon Brunner (Freerunner und Parkour-Läufer)

Jetzt will der Sportmanagementstudent genau dort weitermachen, wo er aufgehört hat. Zum nunmehr zweiten Mal steht er im Finale von „Ninja Warrior Germany“ – und kämpft heute Abend um die Gewinnsumme von 300.000 Euro. „Ich will unbedingt gewinnen“, zeigt sich der 21-Jährige im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung Online euphorisch.

Eine Operation und eine besondere Vorbereitung

Dabei hatte er sich zu Beginn der neuen Staffel noch nicht allzu viel erwartet: „Wenige Wochen vor der Show bin ich am Meniskus operiert worden. Ich hab‘ mir gedacht, dass das nichts werden kann.“ Die Schiene am Knie nahm er für den Vorrunden-Parcours ab – und meisterte ihn mit Leichtigkeit. „Es ist zum Glück alles sehr oberkörperlastig, aber ich bin schon etwas gehemmter an die Sache rangegangen“, erinnert sich der Parkourläufer aus dem bayerischen Teisendorf, der von sich selbst sagt, „unter Leistungsdruck am besten zu funktionieren“. Mittlerweile liege die Aufzeichnung der Show etwas zurück und er sei wieder „voll fit“.

Die Hindernisse würden dem 21-Jährigen allerdings nicht so große Probleme bereiten wie sein Lampenfieber. An den Fernseh-Trubel mit Kameras, Publikum und Interviews musste sich Simon erst gewöhnen. Vor Menschen reden, live abliefern, die Nervosität abdrehen – das alles lerne er bei Auftritten in Theaterstücken und Akrobatik-Einlagen in Musicals. „Das ist meine Vorbereitung auf die Show“, gibt er zu. Körperlich sei er auf einem guten Level. Lediglich das Seilklettern möchte er künftig im Training fokussieren.

Das letzte von insgesamt 19 Hindernissen im Finale: Der "Mount Midoriyama" besteht aus einem 22 Meter langem Seil, an dem sich der Herausforderer binnen 30 Sekunden mit seinen letzten Kraftreserven hochziehen muss.
Das letzte von insgesamt 19 Hindernissen im Finale: Der "Mount Midoriyama" besteht aus einem 22 Meter langem Seil, an dem sich der Herausforderer binnen 30 Sekunden mit seinen letzten Kraftreserven hochziehen muss.
- MG RTL D / Stefan Gregorowius

Einiges in der Warteschleife

Denn der Adrenalinjunkie hat noch einiges vor. Er will sich auch in anderen „Ninja Warrior“-Ländern beweisen – Frankreich, Großbritannien, Italien und auch Japan. Mit 28 soll dann Schluss sein. „Dann würde ich gerne unternehmerisch in der Sportbranche tätig sein.“ Der 21-Jährige hat sich bereits als Parcours-Designer für Sporthallen versucht und würde auf diese Weise gerne sein „Hobby“ zum Beruf machen.

Zur Vorbereitung trainiert der 21-Jährige vor allem seine mentale Fitness.
Zur Vorbereitung trainiert der 21-Jährige vor allem seine mentale Fitness.
- MG RTL D / Stefan Gregorowius

Aber nicht nur „offline“ und am TV-Bildschirm schmiedet Simon Pläne: Bald soll es einen YouTube-Channel geben. Gemeinsam mit dem Wattenberger Lorenz Wetscher – die beiden sind seit ihrer Teilnahme bei „Big Bounce“ enge Freunde – will er den Freerunning- und Parkoursport in Szene setzen. Seine neue Heimat Innsbruck scheint ihm dafür die „perfekte Kulisse“ zu sein.

Vor der Kulisse eines gewaltigen Hindernis-Parcours wird sich Simon hingegenheute Abend wiederfinden. Im Finale warten auf die 28 Athleten drei Etappen, gespickt mit insgesamt 18 Hindernissen. Nur wer all diese meistert, darf den „Mount Midoriyama“ in Angriff nehmen – die allerletzte Prüfung, bei der ein 22 Meter langes Seil in 30 Sekunden hochgeklettert werden muss. Noch wartet Deutschland auf seinen ersten „Ninja Warrior“, denn der „Mount Midoriyama“ blieb bisher unberührt. Wer im Final-Parcours am weitesten kommt, kürt sich immerhin zum „Last Man Standing“. Aber egal welcher Titel es wird, für Simon Brunner zählt am Ende nur eines: Der Sieg.