Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 15.01.2019


Film

Ein Plädoyer für die „Generation Y“

Filmemacher Sinnemarv widmet sich mit dem Filmprojekt „#whoisnext2k18“ seiner Generation. Und zeigt gleichzeitig, wie vielfältig Innsbruck sein kann.

Leidenschaften live: Bei der Filmpräsentation stellte der im Film porträtierte Breakdancer Fouad Ambelj sein Können unter Beweis. Die DVD des Filmes ist direkt über die Filmemacher online erhältlich.

© Smith/GrassmayerLeidenschaften live: Bei der Filmpräsentation stellte der im Film porträtierte Breakdancer Fouad Ambelj sein Können unter Beweis. Die DVD des Filmes ist direkt über die Filmemacher online erhältlich.



Innsbruck – Weit gefehlt wäre die Generalisierung, die so genannte „Generation Y“ würde lediglich das Studentenleben genießen, feiern, ausgehen und bingewatchen. In Innsbruck erobern die Mittzwanziger lieber die Berge, die Lüfte, die Straßen, die Yogamatten. Oder sie machen Filme über ebendiese jungen (Wahl-)Innsbrucker. So geschehen beim Fieberbrunner Marvin Smith (aka Sinnemarv) und bei der Luxemburgerin Anais Sanchez de la Hoz, die gemeinsam das Filmprojekt „#whoisnext2k18“ realisierten, welches am Wochenende in der gerappelt vollen Bäckerei präsentiert wurde. „#whoisnext2k18“ setzt sich zusammen aus zwölf einzelnen Episoden, die über ein Jahr hinweg monatlich online veröffentlicht wurden. Jede Episode porträtierte dabei einen Jungspund mit seiner Geschichte. Für die meisten der zwölf ist Innsbruck eine temporäre Heimat, aufgesucht u. a. aufgrund des Studien- und Sportangebotes. Und die Porträts zeigen: Aus dem Hobby wird für viele Leidenschaft. Für Hannah Schubert (22) ist es das Klettern, für Tun Kintzelé (30) ist es das Projekt „SKAID“, das Menschen unterschiedlicher Kulturen über das Skaten zusammenbringt; für Filmemacher Martin Venier (32) und die Fotografen Lukas Dürnegger (24) und Charly Schwarz (28) sind es die Berge, die sie zu ihren kreativen Projekten inspirieren. Pilot Dominik Senner entdeckte Innsbruck gar als idealen Ausgangspunkt fürs Segelfliegen.

Erst im Ganzen wird klar: „#whoisnext2k18“ erzählt in zwölf Gesichtern nicht nur zwölf Geschichten, sondern verbildlicht die Qualitäten der Tiroler Landeshauptstadt und porträtiert die Stadt als Sehnsuchtsort für viele junge Menschen. Und zeigt, dass auch das Projekt (entstanden in Eigenregie, auch aus finanzieller Sicht) eine Leidenschaft ist.

Und es soll 2019 weitergehen, verrät Sinnemarv: „2k19“ ist der kreativen Subkultur Innsbrucks gewidmet: Musiker, Kulturschaffende oder Blogger werden im Fokus stehen. Und zeigen, was die Generation Y (auch) so ausmacht: eine große Portion Eigeninitiative und Kreativität. sinnemarv.com/whoisnext2k18 (bunt)