Letztes Update am Do, 17.01.2019 15:37

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Film und TV

70 Nominierte für Grimme-Preis: YouTube erstmals im Rennen

Das Rennen um den Grimme-Preis ist offiziell eröffnet. Unter den Nominierten sind öffentlich-rechtliche Angebote wieder stark vertreten, aber auch die Privaten können auf viele Auszeichnungen hoffen. Überraschung: YouTube ist als Newcomer im Spiel.

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© AFP/Bonaventure(Symbolbild)



Marl – Im Rennen um die Grimme-Preise kann sich erstmals auch YouTube Hoffnungen auf die begehrte Auszeichnung machen. Wie das Grimme-Institut in Marl am Donnerstag mitteilte, sind die Dokureihe „LeFloid VS. The World“ und die Talkshow „Neuland“ – zwei Produktionen des kostenpflichtigen Angebots YouTube Premium – unter den 70 Nominierten.

Private Sender mischen mit zehn Nominierungen vergleichsweise stark mit. Die RTL-Gruppe brachte es dabei auf vier Nominierungen. Bei den meisten für den Grimme-Preis vorgeschlagenen Produktionen handelt es sich allerdings erneut um öffentlich-rechtliche Angebote. Allein das ZDF ist mit 17 Nominierungen im Spiel.

Der undotierte Grimme-Preis wird in den vier Kategorien Fiktion, Information und Kultur, Unterhaltung sowie Kinder und Jugend vergeben und gilt als einer der wichtigsten Auszeichnungen für Qualitätsfernsehen in Deutschland. Am 26. Februar werden die bis zu 16 Sieger bekanntgegeben, am 5. April wird der 55. Grimme-Preis verliehen. Diesmal war aus 850 Einreichungen und Vorschlägen ausgewählt worden.

Negativer Trend bei Unterhaltungsfernsehen

In der Kategorie Fiktion schaffte es etwa die Thrillerserie „Bad Banks“ (ZDF/Arte) ebenso auf die Liste wie „Das Boot“ (Bavaria Fiction/Sky) und die letzte Folge des „Tatortreinigers“ (NDR) mit Bjarne Mädel. Im Bereich Kinder und Jugend waren zum dritten Mal Produktionen von Funk stark präsent, ein Angebot von ARD und ZDF für die Zielgruppe 14 bis 29 Jahre.

Mit Blick auf die Kategorie Unterhaltung meinte das Institut in Marl, der schon 2017 sichtbare Negativtrend beim Unterhaltungsfernsehen habe sich fortgesetzt. Hier gebe es lediglich elf nominierte Produktionen. Mit dabei ist „Denn sie wissen nicht, was passiert“ (RTL) mit Barbara Schöneberger, Günther Jauch und Thomas Gottschalk. Eine „Spezialnominierung“ konnten Jan Böhmermann und das Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld ergattern – „für ihren besonderen Beitrag zur musikalischen Fernsehkultur“. Im Rennen ist zudem der Satire-Talk „So! Muncu!“ auf n-tv mit dem Kabarettisten Serdar Somuncu.

Für den Bereich Information und Kultur schlägt die Kommission unter anderem den Dokumentarfilm „Als Paul über das Meer kam“ (ZDF) vor – über einen Kameruner auf seiner Flucht nach Europa oder auch die Doku-Reihe „Ich, einfach unvermittelbar?“ (Vox). Nominiert ist zudem die Doku „Kulenkampffs Schuhe“ (SWR/HR). Hoffnung auf einen Spezialpreis kann sich den Angaben zufolge das Team von „Docupy“ machen – für den Dreiteiler der Sendereihe „Die Story: Ungleichheit – Reichtum, Chancen, Macht“.

Es zeige sich auch in diesem Jahr, dass der Preis ein Abbild „aufgeheizter gesellschaftspolitischer Diskussionen“ sei, sagte Grimme-Direktorin Frauke Gerlach laut Mitteilung. Der Grimme-Preis zeichnet Fernsehsendungen und -leistungen aus, die von mehreren unabhängigen Kommissionen als vorbildlich und modellhaft bewertet wurden. (dpa)