Letztes Update am Mo, 11.02.2019 19:20

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


69. Berlinale

Berlinale: Kinos fordern Ausschluss von Netflix-Film aus Bewerb

In einem Brief an Festivaldirektor Dieter Kosslick heißt es: „Wir fordern, den Beitrag (Isabel Coixets Drama „Elisa y Marcela“, Anm.) außer Konkurrenz zu zeigen.“ 160 Kinobetreiber haben den Aufruf unterschrieben.

Festivaldirektor Dieter Kosslick muss nun reagieren.

© AFPFestivaldirektor Dieter Kosslick muss nun reagieren.



Wien, Berlin – Mehrere Kinobetreiber haben den Ausschluss eines Netflix-Films aus dem Wettbewerb der Berlinale gefordert. Es deute alles darauf hin, dass Isabel Coixets Drama „Elisa y Marcela“ nicht regulär ins Kino komme, meinen sie. „Wir fordern daher, den Beitrag außer Konkurrenz zu zeigen“, heißt es in einem Brief an Festivaldirektor Dieter Kosslick.

Bisher hätten rund 160 Kinobetreiber den Aufruf unterschrieben, teilte der Verband AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater am Montag mit. Nach früheren Angaben Kosslicks wurde dem Festival versichert, dass der Coixet-Film in Spanien ins Kino kommt.

Streamingdienste produzieren immer mehr eigene Filme. Es gibt aber Debatten, ob sie bei Filmfesten mitmachen sollen. In Cannes gab es Auseinandersetzungen. In Venedig dagegen ging der Netflix-Film „Roma“ ins Rennen und gewann den Goldenen Löwen. Die Kinobetreiber fürchten um ihre Geschäfte, weil Filme von Streamingdiensten oft nicht oder nur kurz ins Kino kommen.

Fix nicht mehr im Wettbewerb um die Berlinale-Bären ist indes „Yi miao zhong (One Second)“ von Zhang Yimou vertreten. Das Werk werde aus technischen Gründen nicht mehr rechtzeitig fertig, teilten die Festspiele mit. Um die Preise, die am Samstag verliehen werden, konkurrieren damit noch 16 Filme. (APA/dpa)