Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 02.05.2019


Film und TV

“Anderswo“: Allein durch Afrika

Ein mitreißender Film über eine Reise ohne Plan und ohne Ziel: Anselm Pahnkes „Anderswo“ läuft heute Abend im Innsbrucker Leokino.

© Gonzales/Avalia StudiosEin mitreißender Film über eine Reise ohne Plan und ohne Ziel: Anselm Pahnkes „Anderswo“ läuft heute Abend im Innsbrucker Leokino.



Er wolle das, was er theoretisch gelernt hat, an der Wirklichkeit erproben, sagte sich Anselm Pahnke — und stieg wenige Tage nach seinem Bachelor-Abschluss ins Flugzeug nach Südafrika. Einige Monate Auszeit waren angedacht — geworden sind es mehr als 400 Tage. Ganz Afrika hat Pahnke durchquert, von Kapstadt bis nach Ägypten, 15.000 Kilometer mit seinem Fahrrad. „Eine Reise ohne Ziel", sagt Pahnke, „ohne vorgefassten Plan." Auch der Film „Anderswo", der während seiner Reise entstanden ist, sei nicht geplant gewesen. „Ich fühlte mich einsam, daher habe ich begonnen zu filmen", so Pahnke. Es sei ein langer, schmerzhafter Prozess gewesen, diese Einsamkeit zu überwinden — und das Alleinsein zu lernen. Es ist nicht das Einzige, das er auf Reisen gelernt hat: „Man sieht die Welt mit anderen Augen, schöpft neues Vertrauen in sich und die eigene Leistungsfähigkeit und lernt, gesellschaftliche Normen zu hinterfragen. Ich wollte erfahren, wie die Welt wirklich ist und wer ich bin."

Dass die Reise bisweilen gefährlich wurde, verheimlicht „Anderswo" nicht: Pahnke erkrankte an Malaria und wurde verhaftet. Trotzdem erreichte er irgendwann das Ziel, das es nie gab — und fuhr weiter. Inzwischen hat er auch in Australien Spuren hinterlassen. Und Australien in ihm.

Heute (20 Uhr) präsentiert Pahnke „Anderswo" im Innsbrucker Leokino. Am Sonntag, 5. Mai, wird der Film um 11.20 Uhr wiederholt. (jole)