Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 26.06.2019


Bezirk Kitzbühel

19. Staffel von SOKO Kitzbühel wird gerade in Reith gedreht

Während die TV-Kommissare Lukas und Nina in altbewährter Weise ermitteln, schaut ein Team von 40 Personen, dass am Set alles rundläuft.

Veronika Polly, Ferry Öllinger, Julia Cencig und Jakob Seeböck (von links) bei einer kurzen Drehpause.

© Michael MaderVeronika Polly, Ferry Öllinger, Julia Cencig und Jakob Seeböck (von links) bei einer kurzen Drehpause.



Von Michael Mader

Reith b. K. – „Ruhe bitte! Alle bereit! Wir drehen! Ton ab!“, Regieassistent Sherard Jayasuriya gibt Anweisungen, dann wird es mucksmäuschenstill. Gerichtsmedizinerin Stefanie Löcker findet ihre Freundin und Nachbarin Ulla tot in deren Haus in Reith. Nach nicht einmal einer halben Minute ist alles vorbei. „Wir machen noch eine“, sagt Regisseur Martin Kinkel und Kameramann Markus Selikovsky macht sich bereit.

In Zusammenarbeit mit Gebhardt Productions laufen derzeit die ORF-Dreharbeiten zur 19. Staffel und 250 Folge von SOKO Kitzbühel, die im Frühjahr 2020 im TV zu sehen sein werden. Wobei eigentlich nicht eine Folge alleine gedreht wird, wie Produzent Florian Gebhardt weiß: „Momentan drehen wir die 249., die 250. und die 251. Folge.“ Damit werden Zeit und auch Kosten gespart. Immerhin müssen sich rund 40 Personen darum kümmern, dass am Set alles glattläuft, mit Komparsen und Schauspielern kommt man so auf gut 60 Personen, die bei einem Dreh auf die eine oder andere Art mitwirken. „Bis zu zwölf Stunden wird gearbeitet, wir haben neun bis neuneinhalb Drehstunden“, sagt Produktionsleiter Jürgen Pertak. Für jede Folge gibt es vier Drehblöcke, pro Staffel wurden vier Regisseure engagiert.

Ein enormer Zeitaufwand auch für die Schauspieler: Vor der Kamera stehen neben Andrea L’Arronge und Heinz Marecek auch dieses Mal wieder Ferry Öllinger, Veronika Polly sowie die Kommissare Julia Cencig (Nina) und Jakob Seeböck (Lukas).

Die beiden Hauptdarsteller verbringen drehbedingt rund sechs Monate im Jahr in Kitzbühel. Beide haben ein Appartement in der Nähe der Innenstadt. „Wir sind fast Nachbarn“, erklärt Cencig. Seeböck ist gerne in Kitzbühel: „Es ist wunderschön hier. Für diesen Ausblick zahlen andere einen zweistelligen Millionenbetrag“, schmunzelt er. Natürlich werde er oft angesprochen, wenn er durch Kitzbühel geht: „Aber hier sind alle total nett und es hat dörflichen Charakter“, erklärt der gebürtige Wiener, der immerhin auch schon im elften Jahr dabei ist. Selbst wenn er auf eine 20-köpfige deutsche Reisegruppe trifft, ist er nicht genervt und stellt sich geduldig für Selfies zur Verfügung. „Ich freue mich, wenn mir Leute von der Ostsee sagen, dass sie immer SOK­O Kitzbühe­l schauen.“

Aber auch seine Kollegin genießt die Zeit in Kitzbühel: „Im Sommer brauche ich die Großstadt gar nicht. Ich komme ja ursprünglich aus Südkärnten und bin am Land aufgewachsen“, verrät sie. Ein Arbeitsplatz am Wilden Kaiser sei ein großes Privileg.

Szene aus der 251. Folge: Ulla liegt tot in ihrem Haus und wird wenig später von Freundin und Nachbarin Stefanie Löcker gefunden.
Szene aus der 251. Folge: Ulla liegt tot in ihrem Haus und wird wenig später von Freundin und Nachbarin Stefanie Löcker gefunden.
- Michael Mader

Von Anfang an dabei, und das sind immerhin 19 Jahre, ist Ferry Öllinger, der den Postenkommandanten Kroisleitner spielt. Langweilig geworden ist es für ihn in all den Jahren eigentlich nicht. „Nach fünf, sechs Jahren wollte ich schon einmal aufhören, aber dann habe ich wieder die Lust am Weitermachen gefunden.“ Im Winter spielt er zudem Theater, das sei eine willkommene Abwechslung.