Letztes Update am Fr, 06.09.2019 14:47

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Neue Liebe, neues Leid: „Vorstadtweiber“ gehen in die vierte Runde

Am 16. September startet auf ORF 1 die Ausstrahlung der neuen Folgen.Staffel vier spielt ein Jahr nach Ende von Staffel drei, Abhängigkeiten haben sich verschoben und Liebschaften sind zerbrochen.

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© ORF



Wien – Mit mehrstündigem Binge-Watching im Kinosaal, einem heiteren Meet & Greet und jeder menge Vorfreude hat der ORF am Donnerstagabend im Cineplexx Wienerberg die vierte Staffel der „Vorstadtweiber“ präsentiert. Am 16. September startet die Ausstrahlung der neuen Folgen, bei denen neben Harald Sicheritz auch Mirjam Unger Regie führte, die für die zweite Tranche der zehn Folgen verantwortlich zeichnet.

„Die Menschen erwarten sich einen ORF, der ihre Interessen vertritt, der herzlich und nahbar ist“, erläuterte ORF-1-Channel-Managerin Lisa Totzauer beim anschließenden Pressegespräch. „Das Kino-Event, das in mehreren Landeshauptstädten stattfindet, ist ein Danke an unser Publikum – unsere Eigentümer.“ Mit fiktionalen Produkten „aus unseren Lebenswelten“ schaffe man es, die Beziehung zu den Sehern zu stärken. „Es gibt ein unendliches Bedürfnis nach einem unbeschwerten Lachen“, so Totzauer. Einen Rückblick auf die über fünfjährige Erfolgsgeschichte der „Vorstadtweiber“ – zuletzt waren beim Auftakt von Staffel drei bis zu 993.000 Seher mit dabei – wagte im Anschluss Programmdirektorin Kathrin Zechner: „Allein über die Diskussion über den Titel könnte ich ein Buch schreiben“, seufzte sie. „Wir wissen: Am Anfang glaubt ja keiner dran. Da fragt man sich nicht nur als Verantwortliche, sondern auch als Produzent und Schauspieler: Trau ich mich, oder trau ich mich nicht?“

Zechner: „Man steigt in ein Biotop ein, das man kennt“

Leichter hätten es nach dem bisherigen Erfolgslauf all jene, die mit der neuen Staffel erst dazugestoßen sind, so etwa Ruth Brauer-Kvam, Andrea Eckert, Brigitte Hobmeier oder Ines Honsel. „Jetzt einzusteigen, ist zwar nicht ‚safe‘, aber man steigt in ein Biotop ein, das man kennt“, so Zechner. Brauer-Kvam, die auf der Bühne nicht nur im Theater in der Josefstadt, sondern zuletzt auch am Burgtheater („Zelt“) zu erleben war, hat sofort zugesagt, wie sie im APA-Gespräch erzählte: „Ich hab das Buch und das Rollenprofil gelesen und nicht eine Sekunde gezögert, weil diese Figur sehr eigen ist und sehr schön ist zu spielen, vor allem mit dem Thomas Mraz.“ Die 47-jährige Tochter des Künstlers Arik Brauer ist als Majorin Tabata Goldstaub zu sehen, die in der Mordkommission die Neue ist. „Ich mag die ‚Weiber‘ wahnsinnig gern, auch privat. Das war, wie zu einer Familie dazuzukommen, die man schon ein bisschen kennt.“

Erfolgsgeheimnis? „Die Sprache, die Frechheit, der Mut und das Österreichische“

Wieder mit dabei ist auch Ersatz-Jedermann Philipp Hochmair, der als Joachim Schnitzler am Ende von Staffel drei bereits mehrere Morde in der Vorstadt verübt hat. Wie er im APA-Gespräch verriet, sitzt er nun im Gefängnis. „Und ich lebe und ich denke und ich quäle.“ Der „Jedermann“-Erfolg habe seine Popularität noch einmal befeuert, die „Vorstadtweiber“ hätten sein Leben jedoch grundlegend verändert, da er als Theaterschauspieler erst durch die Serie zu Film und Fernsehen gekommen ist. Mittlerweile habe er sehr viele Drehs, wofür er sehr dankbar sei. Das Erfolgsgeheimnis der „Vorstadtweiber“? „Die Sprache, die Frechheit, der Mut und das Österreichische. Ich werde in Deutschland und auch anderswo immer wieder darauf angesprochen. Die Menschen sind beeindruckt, weil das Format mutig und radikal ist. Das fehlt wahrscheinlich in Deutschland, weil die sich zu sehr absichern. Wir sind mutig und trauen uns, wild zu sein.“

Uli Brée: „Wenn der große Gangbang passiert, höre ich auf“

Für Mut und Wildheit ist Uli Brée verantwortlich, der seit Beginn als Drehbuchautor fungiert. Ob er sich damals gedacht hat, dass die Serie derart erfolgreich laufen wird? „Ich habe gar nix gedacht, ehrlich gesagt. Es ist für eine Fernsehserie schon toll, dass man es schafft, dass die Leute sagen: Am Montag kann ich nicht, weil da schau ich ‚Vorstadtweiber‘.“ Und wann ist er an einem Punkt angelangt, wo er das Gefühl hat, die Geschichte auserzählt zu haben? „Das ist heikel. Da wurde ich schon zitiert: ‚Wenn alle miteinander geschlafen haben, höre ich auf.‘ Ich habe nur nicht bedacht, dass immer neue Figuren dazu kommen. Bis die wieder mit allen geschlafen haben... Wenn der große Gangbang dann irgendwann passiert, dann höre ich auf.“

Zumindest in Staffel vier (und der bereits in Dreh befindlichen Staffel fünf) wird es allerdings noch nicht so weit sein, hat Brée doch erneut eine ganze Reihe von neuen Figuren, neuen Konstellationen und Erzählsträngen eingebaut. Staffel vier spielt ein Jahr nach Ende von Staffel drei, Abhängigkeiten haben sich verschoben und Liebschaften sind zerbrochen. Mittendrin sind auch diesmal wieder Nina Proll, Maria Köstlinger, Martina Ebm und Hilde Dalik, die an der Seite von Bernhard Schir, Juergen Maurer und Murathan Muslu durch das Chaos navigieren. Die erste Folge steht am 16. September um 20.15 Uhr in ORF 1 auf dem Programm. (APA)




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