Letztes Update am So, 05.10.2014 14:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Showklassiker

Küsse, Kreischen und Quotenkrise bei „Wetten, dass..?“

Beim drittletzten „Wetten, dass...?“ aus Erfurt fasste Moderator Lanz die Show mit einem Satz zusammen: „Diese Sendung hat nicht richtig viel Sinn, aber Spaß macht sie schon.“ Richtig viele Zuschauer hatte sie hingegen auch wieder nicht - die Quote war sogar am Tiefpunkt.

Markus Lanz küsste die US-Filmschauspielerin Diane Keaton.

© EPA/Hendrik Schmidt Markus Lanz küsste die US-Filmschauspielerin Diane Keaton.



Von Franziska Höhnl, dpa

Erfurt - Diane Keaton hatte übersprudelnd gute Laune, mit Tokio Hotel kehrte eine umschwärmte Teenie-Band zurück, aber das nächste Quotentief von „Wetten, dass..?“ verhinderte all das nicht. Die drittletzte Ausgabe der kriselnden Samstagabendshow aus Erfurt wollten nur noch 5,48 Millionen Zuschauer sehen. Der Auftakt des „Wetten dass..?“-Endes mit drei Shows im Herbst sank damit in der Zuschauergunst noch unter den bisher schlechtesten Wert, der in der diesjährigen Februarsendung gemessen wurde.

Kein Wunder, dass dem heiseren Moderator Markus Lanz am Abend die Worte ausgingen, als Talkgast Christine Urspruch von der nur wenige Wochen alten Rekord-Quote ihres „Tatort“-Ermittlerteams aus Münster schwärmte. „13 Millionen, das wollte ich mir noch mal auf der Zunge zergehen lassen“, sagte die Schauspielerin, die in dem ARD-Krimi mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl eine Pathologin mimt. Eine gefühlte Ewigkeit ist es her, dass Lanz und sein Vorgänger Thomas Gottschalk noch selbst 13 Millionen Zuschauer vor den Fernseher lockten.

Es war nicht das einzige Mal, dass der Gesprächsfaden am Samstagabend abriss. Zunächst mühte sich Lanz recht vergeblich an der äußerst wortkargen Schauspielerin Megan Fox ab.

Nächste Sendung in Graz

Die zweite geladene Hollywood-Größe, Diane Keaton, war zwar deutlich gesprächsfreudiger, brachte Lanz aber mit einem spontanen Kuss-Angebot ins Stocken. Die 68-Jährige nahm den Ball des Moderators auf, der nach einer vermeintlichen Liste fragte, in der Keaton die von ihr geküssten Männer sammelte. Freudestrahlend verteilte die Schauspielerin daraufhin Schmatzer an den zögerlichen Moderator, den frenetisch jubelnden Komiker Ralf Schmitz und den Fußball-Weltmeister Benedikt Höwedes.

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Auch Kandidat Detlev Jarchow konnte sich nach erfolgreicher Wette einen Knutsch seiner Wettpatin abholen. Ein Siegerkuss wurde das für den 59 Jahre alten Forstingenieur, der Mausefallen blind am Zuschnappgeräusch erkannte, jedoch nicht. Über den Pokal des Wettkönigs konnten sich vier junge Münchner freuen, die in vier Minuten ein Surfbrett aus Plastikflaschen und Klebeband zusammenbauten und es im zehnsekündigen Praxistest erprobten.

Irgendwie als Surfbrett verwendbare Gegenstände mussten auch 100 als Surfer zurechtgemachte Erfurter für die Stadtwette mitbringen. Weil sie das schafften, wird Lanz die vorletzte „Wetten, dass..?“-Ausgabe aus Graz am 8. November nun in Tracht moderieren. Nach einer weiteren Station in Nürnberg am 13. Dezember ist dann nach 33 Jahren Schluss mit dem Showklassiker.

Kreischalarm bei Tokio Hotel

Den Erfurter Abend, an dem auch ein Zwölfjähriger mit Rückwärtssalti Bälle in Mülltonnen schleuderte und Feuerspucker Mais zu Popcorn brutzelten, kommentierte Lanz wie nebenbei mit dem Satz: „Diese Sendung hat nicht richtig viel Sinn, aber Spaß macht sie schon.“ Zwischen den Wetten sangen Lenny Kravitz und Bryan Adams neue Songs.

Für kurzzeitigen Kreischalarm unter den 1450 Zuschauern in der Erfurter Messe sorgte hingegen der Auftritt von Tokio Hotel. Die vier erwachsen gewordenen Magdeburger stellten nach mehrjähriger Pause ihre neue Single „Love will love you back“ vor und sorgten für tanzende und wippende Zuschauer.

Beim anschließenden Lümmeln auf der Couch berichteten die Brüder Tom und Bill Kaulitz von ihren Erfahrungen in den USA und monierten, dass die Fans statt Autogrammen nur noch Schnappschüsse mit sich und ihren Idolen wollten. Diesen Wunsch versagten die vier Popstars den Erfurter Fans nach Ende der Show denn auch und verzogen sich trotz rufender Menge schnurstracks hinter die Kulissen. (dpa)


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