Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 30.01.2015


Spectre-Dreh

James Bond lässt es noch einmal gehörig krachen

Wilde Action in Obertilliach und Kartitsch steht auf dem Drehplan. Bei der Bruchlandung eines präparierten Fliegers sitzt eine Puppe im Cockpit.

Die Actionszenen in Obertilliach – wie hier Mitte Jänner, als Daniel Craig höchstpersönlich vor Ort war – gehen in den kommenden Tagen ins Finale. Es wird noch einmal heiß hergehen.

© APA/EPA/EXPA / JOHANN GRODERDie Actionszenen in Obertilliach – wie hier Mitte Jänner, als Daniel Craig höchstpersönlich vor Ort war – gehen in den kommenden Tagen ins Finale. Es wird noch einmal heiß hergehen.



Von Claudia Funder

Obertilliach, Kartitsch – Hochbetrieb in Obertilliach: Ganz offensichtlich bahnt sich in Sachen James-Bond-Dreh noch einmal Spektakuläres an. Hundertschaften an Mitarbeitern der Filmcrew sind vor Ort, viele von ihnen tummeln sich geschäftig vor den Containern und Zelten sowie an den Drehorten, wo demnächst atemberaubende Action-Szenen in den Kasten kommen sollen.

Die Kameras werden aber auch in die Höhe schwenken. Ins rechte Licht gerückt werden für den Streifen „Spectre“ in Osttirol nämlich jene zwei pechschwarzen Flugzeuge, die am Mittwoch in Nikolsdorf gelandet waren. Wie bereits in Sölden werden auch hier Flugszenen mit den zweimotorigen Britten-Norman-Islanders auf Film gebannt.

Das Zugseil des oberen Stubenlifts ist mittlerweile niedergelegt. Versuchsweise „schoss“ ein präpariertes Flugzeug bereits über den Hang. Abgedreht werden soll in den nächsten Tagen die aufsehenerregende Bruchlandung des englischen Zweimotorers, wofür natürlich nicht die Originalflieger zu Bruch gehen werden. Angepeilte Drehorte sind zwischen Dorfpiste und Bondhaus sowie im Gostenwald.

Wenn das Flugzeug filmwirksam ramponiert wird, sitzt natürlich nicht Leinwand-Star Daniel Craig im Cockpit. Aber – wie ein Insider verrät – auch kein Stuntman. Eine lebensgroße Puppe, die dem smarten Bond-Darsteller optisch nachempfunden wurde, wird den Crash schmerzlos überstehen.

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Obwohl sie vom Filmdreh kaum was zu Gesicht bekommen und dieser immer wieder zu kleineren Einschränkungen führt, sind Gäste und Einheimische begeistert. Ein Hauch internationales Film­flair weht durch den Ort, allein das scheint die Stimmung zu heben. Es werde nicht gemeckert, ganz im Gegenteil, heißt es seitens der Gastronomie, die von durchwegs positiven Reaktionen der Gäste spricht.

Ein Dorf ist nicht genug: Ein Stück vom Kuchen hat sich nämlich auch die Gemeinde Kartitsch gesichert, die ebenfalls Bond-Schauplatz wird. Im Winklraut gegenüber des Dorfes wird eine Verfolgungsjagd mit einem Auto gedreht, „in der Zeit von 2. bis 6. Februar“, weiß BM Josef Außerlechner. Bereits vor Weihnachten habe es Vorgespräche mit vier Grundbesitzern und der Weggemeinschaft gegeben. Vor zwei Wochen wurden die Verträge unterschrieben. Ein Hang ist bereits beschneit und vereist, rund 30 Meter breit und 200 Meter lang.

Alles läuft hier ein paar Nummern bescheidener als in Obertilliach ab, aber man freut sich im Dorf. „Es ist wie Große-Welt-Schnuppern“, erklärt es der Ortschef. „Und ein bissl Geld bleibt im Dorf.“

Das Ambiente präsentiert sich jedenfalls äußerst reizvoll. Die Winterlandschaft von Kartitsch liefert eine traumhafte Filmkulisse.