Letztes Update am Di, 22.09.2015 11:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wien

Neue Heimat für deutlich gealterte „Venus von Willendorf“

© APA/HELMUT FOHRINGERDie rund elf Zentimeter große, altsteinzeitliche "Venus von Willendorf" wurde am 7. August 1908 in der Wachau entdeckt.



Die weltbekannte „Venus von Willendorf“ hat eine neue Heimat im Naturhistorischen Museum Wien bekommen. Ihr neues „Venuskabinett“ teilt sich die altsteinzeitliche Statuette mit der Figur „Fanny von Stratzing“. Laut neuesten Analysen sind die beiden Statuetten etwa 4.500 Jahre älter als bisher gedacht, hieß es heute bei der Übersiedelung. Zu sehen sind die „Queens of the Stoneage“ ab 30. September.

Die beiden Figuren zählen zu den wertvollsten archäologischen Funden des Naturhistorischen Museums (NHM) Wien. Für dessen Direktor Christian Köberl ist die „Venus von Willendorf“ die „Mona Lisa des NHM“. Tatsächlich ist die nur rund elf Zentimeter große Venus seit ihrer Entdeckung am 7. August 1908 in der Wachau (NÖ) zu einer Art Ikone der Weiblichkeit geworden. Die Darstellung der nackten, beleibten Frau wird aufgrund der starken Betonung der Geschlechtsmerkmale, etwa der Brüste, als Fruchtbarkeitssymbol gedeutet.

Im Zuge der umfassenden Neugestaltung der drei prähistorischen Schausäle des NHM wurde nun ein eigenes Kabinett für die beiden „alten Damen“ eingerichtet, „um sie aus der Masse der Funde herauszuheben“, erklärte der Direktor der Prähistorischen Abteilung des NHM, Anton Kern. Man habe darauf geachtet, die „besondere Aura“ der Venus hervorzuheben. Von den Fundstücken selbst soll im dem Raum so wenig, wie möglich abgelenkt werden. (APA)