Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 17.05.2016


Brixlegg

Hunt vom Gratlspitz auf Tournee

Wertvolle Schaustücke aus dem Brixlegger Bergbaumuseum an Ausstellung in Bochum und bald auch in Bregenz verliehen.

© Walter ZwicknaglGerold Sturmmair mit dem Hunt aus Siebenbürgen.Foto: Zwicknagl



Von Walter Zwicknagl

Brixlegg – An die 30 Fundstücke aus dem ehemaligen Bergbau zwischen Schwaz und Brixlegg waren auch bei der großen Ausstellung „10.000 Jahre Bergbau in den Ostalpen“ im Bergbaumuseum in Bochum gefragt. Besonders ging es dabei um einen rund 200 Jahre alten Hunt vom Gratlspitz, auf den die Verantwortlichen des Tiroler Bergbau- und Hüttenmuseums Brixlegg besonders stolz sind. „Derzeit wird die Ausstellung in Bochum abgebaut und übersiedelt nach Bregenz, wo sie von 11. Juni bis 26. Oktober zu sehen ist“, berichten Obmann Gerold Sturmmair und sein Stellverterter Hans Strobl. Als Ersatz für den Hunt vom Gratlspitz ist ab Anfang Juni, wenn das Museum wieder seine Pforten öffnet, ein Hunt aus Siebenbürgen zu bewundern. Einen Vorteil hat die Verleihaktion sicherlich gebracht: Die Kosten für die Renovierung des Hunts in Konstanz hat das Bergbaumuseum in Bochum übernommen.

„Wir sind in der glücklichen Lage, immer wieder spektakuläre Schaustücke zu bekommen“, berichten Sturmmair und Strobl. Dazu zählt neuerdings die erste funktionsfähige elektrodynamische Maschine aus dem Jahr 1886 vom Brixlegger Montanwerk. Mit ihr wurden seinerzeit pro Tag 100 Kilo Kupfer produziert.

„Seit April des Vorjahres führt das Institut für Archäologie an der Universität Innsbruck im Rahmen eines internationalen Projektes, in das Forschergruppen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz eingebunden sind, montan-archäologische Untersuchungen zwischen Schwaz, Brixlegg und Radfeld durch. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Kupferbergbau der Bronzezeit und frühen Eisenzeit, der hier zwischen 2200 und 700 vor Christus mehrere Blütezeiten erlebt hat. Die internationalen Partner forschen ihrerseits in vergleichbaren Bergbauregionen in Salzburg und in Graubünden. Gemeinsames Ziel ist die Rekonstruktion der urgeschichtlichen Montanwirtschaft in den Ost- und Zentralalpen“, erklärt Professor Gert Goldenberg. Heuer konzentriert man sich auf Plätze in Gallzein, Buch, Strass und Reith. „Dabei bekommen wir wertvolle Unterstützung durch das Bergbau-Aktiv-Team“, sagt der Archäologe, der dafür auch grünes Licht der Gemeinden und Grundbesitzer braucht.