Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 21.09.2016


Landeck/Imst

Schaffenskraft ist noch immer ungebrochen

Künstler Andreas Weissenbach ist auch mit 91 Jahren künstlerisch noch höchst aktiv.

© Hauser MarkusKünstler Andreas Weissenbach ist auch mit 91 Jahren künstlerisch noch höchst aktiv.



Von Markus Hauser

Landeck – Er könne sich nicht vorstellen, mit der Malerei aufzuhören, denn dann könne er gleich den Löffel abgeben, meint der sich inzwischen im 92. Lebensjahr befindliche, in Imst geborene Künstler An­dreas Weissenbach. Ungebrochen ist nicht nur die Leidenschaft zum Kunstschaffen, ungemein viel Kraft und Leben steckt nach wie vor auch in seinen Werken.

1925 in Imst geboren, verbrachte Weissenbach seine Jugend abwechseln in Ehrwald und in Imst. Er absolvierte eine Malerlehre und besuchte die Zeichenschule von Toni Kirchmair in Innsbruck, ehe er 1954 den Abschluss an der Akademie der Bildenden Künste in Wien mit Auszeichnung machte. Mit der Rückkehr nach Imst gab es auch bald die ersten öffentlichen Aufträge für diverse Fassadengestaltungen. Dank seiner Vielseitigkeit, die neben der Ölmalerei, Aquarell, Grafik und Druckgrafik auch noch die Schnitzkunst beinhaltet, sind so manche vom Fasnachtsfieber befallene Imster stolze Besitzer einer Larve aus den Händen von Weissenbach. All diese Fähigkeiten vermittelte Weissenbach auch an der HTL/Abteilung Kunsthandwerk in Innsbruck, als Kursleiter an der Volkshochschule und an der internationalen Sommerakademie in Innsbruck.

Selbstverständlich blieb immer genug Zeit für sein persönliches künstlerisches Schaffen, in dem die Natur, vorwiegend als Landschaftsbilder, die primäre Rolle spielt. „Die topografische Zuordenbarkeit meiner Bilder war und ist mir sehr wichtig. Einmal sind es immer persönliche Erinnerungen und Empfindungen, welche man mit einem Ort verknüpft, und zum Zweiten kommt man meiner Meinung nach damit auch der künstlerischen Wahrheit näher“, erläutert Weissenbach. Wie viele Werke er im Laufe seines Lebens geschaffen habe, könne er gar nicht beziffern. Bei mehr als 75 Jahren täglicher künstlerischer Aktivität sei die Menge von Arbeiten nicht mehr überschaubar. Dass er nie mit aktuellen Tendenzen und zeitgeistigen Strömungen kokettiert hat und sich selbst stets treu geblieben ist, macht sein Werk unverkennbar.

Aktuell arbeitet er an großformatigen Ölbildern, welche die alpine Landschaft Tirols zum Inhalt haben. Dass die Qualität seines Werkes immer erstklassig war und ist, davon kann man sich derzeit im Atelier im Kårrnerwaldele in Graf bei Landeck überzeugen. Noch nie gezeigte Werke aus den letzten 20 Jahren, inklusive eines jüngst entstanden Selbstporträts, zeigt er dort bis 12. Oktober. Zu sehen nach telefonischer Vereinbarung: 0676/6130098. (hau)

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.