Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 01.12.2016


Bezirk Landeck

Land würdigt Kulturpflege mit dem Museumspreis

Landesrätin Palfrader zeichnet heute das Serfauser Pfarrmuseum aus. Der Pfarrer sieht den Mehrwert der ehrenamtlichen Leistungen honoriert.

Die 450 Jahre alte Totentruhe macht Besucher neugierig.

© WenzelDie 450 Jahre alte Totentruhe macht Besucher neugierig.



Von Helmut Wenzel

Serfaus – Mit einer angenehmen Aufgabe trifft Kulturlandesrätin Beate Palfrader heute Donnerstag in Serfaus ein: Sie verleiht den „Tiroler Museumspreis 2016“ an das Pfarrmuseum bzw. an die Pfarre. „Der Preis gibt dem Museum eine besondere Note“, freut sich Seelsorger Willi Pfurtscheller. Darüber hinaus sieht er den Mehrwert der unzähligen ehrenamtlichen Leistungen rund um das Museum honoriert. „Mit unserer Sammlung an sakraler Kunst haben wir im Raum der Diözese Innsbruck ein gewisses Alleinstellungsmerkmal“, so Pfurtscheller.

Bürgermeister Paul Greiter sieht einen dreifachen Anlass zur Preisverleihung: „Erstens für das auch von Pilgergruppen gut besuchte Pfarrmuseum, zweitens für den ehrenamtlichen Arbeitskreis, der das Museum betreut, und schließlich für das Projekt im Pfarrgarten.“ In dem zwischen Museum und Pfarrkirche gelegenen Garten ist diesen Sommer das Kulturprojekt „Modern Gardening“ umgesetzt worden. Entstanden ist ein Schaugarten mit Barfußpfad sowie Utensilien, die in den vergangenen 200 Jahren in der Region verwendet wurden – Milchkannen, Schmalztegel, Körbe, Suppenkellen, Eisentöpfe, Holzräder, Heuschlitten oder Bier- und Weinfässer.

Kunsthistorikerin Sylvia Mader hat das Museum thematisch eingerichtet.
Kunsthistorikerin Sylvia Mader hat das Museum thematisch eingerichtet.
- Wenzel

Ein Rundgang durch das am 15. August 2014 eröffnete Museum bietet plas­tische Einblicke in die mehr als 700 Jahre alte Serfauser Pfarrgeschichte. Die Sammlung umfasst 188 Objekte, einige davon sind neu restauriert worden. Am Eingang erwartet den Besucher eine mediale Inszenierung der legendären Serfauser Marienerscheinung. Mittelalterliche Mysterienspiele und „Heilige Gräber“ standen ebenso Pate wie die beleuchtete Marienfigur, die sich früher unweit der Wallfahrtskirche „Unserer lieben Frau im Walde“ befand.

Im Foyer des Museums kann die 2014 restaurierte Turmuhr vom Campanile der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt bewundert werden. Mit rund 400 Jahren ist sie laut Heimatforscher Josef Walser die älteste Großuhr im Bezirk Landeck. Weitere Infos: www.serfaus.gv.at.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.