Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 08.06.2017


Kunst

Weiler-Bild kehrt als Repro zurück nach Schlaiten

Das Gemälde „Die Bauernfamilie“ von Max Weiler ist ab morgen wieder im Gemeindesaal zu sehen – nicht das Original, sondern eine Nachbildung.

Vater und Mutter, umgeben von 13 Kindern: „Die Bauernfamilie“ von Max Weiler wurde nun reproduziert

© Repro Karl DapraVater und Mutter, umgeben von 13 Kindern: „Die Bauernfamilie“ von Max Weiler wurde nun reproduziert



Schlaiten – Das Gemälde „Die Bauernfamilie“ des Künstlers Max Weiler (1910–2001) hat eine bewegte Geschichte und noch dazu eine enge Verbindung mit der Gemeinde Schlaiten. Weiler, dessen Vater aus Strassen stammte, schuf 1941 das Ölbild mit seinen Verwandten, der Familie Valtiner aus Heising – Vater und Mutter umgeben von dreizehn Kindern. Das Werk kam später ins Eigentum des Landes Tirol, ins Tiroler Landesmuseum.

1968 wurde das Gemälde als Leihgabe der Gemeinde Schlaiten für den damals neu errichteten Gemeindesaal zur Verfügung gestellt. Die Werke Max Weilers gewannen zwischenzeitlich immer mehr an Wert. In aller Welt fanden Ausstellungen des Künstlers statt und so wurde auch „Die Bauernfamilie“ immer wieder für diverse Ausstellungen abgeholt – einmal sogar nach Moskau.

Im Jahre 2000 übersiedelte das Bild schließlich ins Büro des damaligen Landeshauptmannes Wendelin Weingartner. Die Sicherheitsvorkehrungen im Gemeindehaus hatten nicht mehr dem hohen Wert der Weiler-Bilder entsprochen und so mussten die Schlaitner künftig auf „ihren“ Weiler verzichten.

Jetzt kehrt das Gemälde zurüc­k, wenn auch nur als Reproduktion, die angefertigt wurde. Die Idee dazu kam von Peter Unterweger aus Wien, einem gebürtigen Lienze­r. Er befasst sich seit Jahrzehnten mit der Kunstszene zwischen Osttirol und Wien, kannte den Maler Max Weiler persönlic­h und hat ihn noch kurz vor seinem Tod am 29. Jänner 2001 in Wien für ein Interview besucht. Unterweger ebnete die organisatorischen und rechtlichen Schritte für die Herstellun­g der Reproduktion.

Morgen Freitag, 9. Juni, wird diese um 20 Uhr im Gemeindesaal erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Peter Unterweger wird über Künstler und Werk sprechen.

Gezeigt wird in den folgenden zwei Wochen aber auch eine spannende Chronikausstellung. Auf über 90 Blättern sind großformatige Fotos aus der Gemeindechronik abgebildet und umfassend beschriftet und teilweise auch mit Geschichten hinterlegt: Familienfotos, Bilder von Arbeit und Alltag, Jagd, Auswanderern, Heimkehrern und Seelsorgern. (TT)