Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 08.06.2017


Foto-Ausstellung

Tatorte contra Denkräume

Im artdepot: collagierte Wandtapete von Christine S. Prantauer mit dem Athener Demonstrationshund Loukanikos als Hauptdarsteller (ganzes Bild siehe Text).

© artdepotIm artdepot: collagierte Wandtapete von Christine S. Prantauer mit dem Athener Demonstrationshund Loukanikos als Hauptdarsteller (ganzes Bild siehe Text).



Innsbruck – Christine S. Prantauer und Christopher Grüner sind zwei Künstler, die auf den ersten Blick nicht sehr viel gemeinsam haben. Sie verhandelt mit den Mitteln der Medienkunst die politische Verfasstheit der Welt, während er ein Denker bzw. Formulierer in abstrakten, philosophisch unterfütterten Räumen ist.

null
- artdepot

Im Innsbrucker artdepot zeigen Prantauer und Grüner zum größten Teil neue Arbeiten. Um die Folgen der Globalisierung kreisen die Fotomontagen und Collagen von Christine S. Prantauer, die uns wohl sagen sollen, dass wir uns in unserer Tiroler Idylle nicht allzu sicher fühlen sollen. Am inhaltlich wie formal differenziertesten transportiert in einer großen Wandtapete, bei der der legendäre Athener Demonstrationshund Loukanikos die Hauptrolle spielt. Als aufmerksamer Beobachter einer gewalttätigen Demons­tration genauso wie in den vier kleinen Aquarellen bzw. Zeichnungen, die auf die Tapete collagiert sind.

In den Objekten und Zeichnungen von Christopher Grüner geht es dagegen um mögliche und wahrscheinliche Blicke. Durchdekliniert in der Form sich überlagernder Linien und Flächen, was mit diesen viel tut. Es entstehen Schatten, dieselben Linien definieren je nach der Perspektive des Blicks des Betrachters die unterschiedlichsten Räume. Mit möglichst geringen Mitteln komplexe philosophische Fragestellungen auf den Punkt zu bringen, ist Christopher Grüners Ziel. Um sich auf diese Weise mental freizuschwimmen, wie der Künstler sagt. (schlo)