Letztes Update am Sa, 07.10.2017 15:23

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lange Nacht der Museen

Angebote und Highlights: 71 Tiroler Museen öffnen für Nachtschwärmer

Am Samstag öffnen zur 18. ORF Langen Nacht der Museen hunderte Museen in Österreich bis in die Nacht ihre Pforten. Neben speziellen Angeboten für Kinder gibt es auch die eine oder andere kuriose Kulturstätte zu entdecken.

Naturwissenschaft zum Anfassen: So werden Tiere für die Ausstellungen präpariert.

© Wolfgang LacknerNaturwissenschaft zum Anfassen: So werden Tiere für die Ausstellungen präpariert.



Innsbruck – Sich auf die Spuren der mächtigsten Herrscher Europas begeben, zeitgenössische Kunst bewundern oder dem Forscherdrang in der Natur nachgehen – Der Samstagabend gehört den kulturbegeisterten Nachtschwärmern. 71 Tiroler Museen und Galerien können bei der 18. ORF Langen Nacht der Museen erkundet werden. Mit nur einem Ticket (6 bis 15 Euro) haben Besucher von 18.00 bis 01.00 Uhr Zutritt zu allen teilnehmenden Häusern.

Mit einem speziellen Kinderprogramm bieten 28 der Einrichtungen eine altersgerechte Kulturvermittlung auf spielerische Art. Die Neugier wird belohnt, denn jedes Kind, das mindestens drei Museen besucht hat, erhält ein kleines Geschenk. In Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Teilen der Sloweniens und in Lindau am Bodensee warten insgesamt 670 Museen, Galerien und Kulturinstitutionen auf wissbegieriges Publikum. Seit der ersten Langen Nacht der Museen im Jahr 2000 wurden an den Aktionstagen insgesamt fast sechs Millionen Besucher gezählt.

Für Kinder bieten 28 der Tiroler Kulturhäsuer ein eigenes Programm.
Für Kinder bieten 28 der Tiroler Kulturhäsuer ein eigenes Programm.
- ORF-Landesstudio-Tirol

Zubringerbusse und Sammelpunkte

Naturgemäß gibt es in der Landeshauptstadt das größte Angebot an teilnehmenden Museen. Sammel- und Informationsplatz ist der Franziskanerplatz, wo es neben Infobroschüren auch die Tickets zu kaufen gibt (Freitag von 15 bis 20 Uhr und Samstags ab 9 Uhr). Gleichzeitig ist dieser „Treffpunkt Museum“ zentraler Ausgangspunkt der Fuß- und Busrouten. In Intervallen von ca. 20 bis 30 Minuten werden von 18.00 bis 1.00 Uhr die Veranstaltungsorte in Innsbruck und Umgebung angefahren.

Aber auch in den Regionen Oberland und Unterland gibt es eigene Shuttlebusse, die im Stundentakt die teilnehmenden Häuser anfahren.

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Alle Informationen auf einen Blick:

Datum: Samstag, 7. Oktober

Uhrzeit:

18.00 bis 1.00 Uhr

Sammelplatz in Innsbruck:

„Treffpunkt Museum“ am Franziskanerplatz

Eintrittspreise:

reguläre Tickets 15 Euro

ermäßigte Tickets 12 Euro

regionale Tickets 6 Euro

Für Kinder bis 12 Jahre ist der Eintritt frei.

Die Tickets gelten auch als Fahrscheine für die Shuttlebusse.

Tickets:

Tickets sind im Vorverkauf unter tickets.ORF.at und bei allen

teilnehmenden Museen und Kulturinstitutionen sowie am Tag

der Veranstaltung am „Treffpunkt Museum“ in Innsbruck erhältlich.

weitere Infos: http://langenacht.ORF.at bzw. in der Broschüre

Kunst und Geschichte erleben: Highlights für die Kleinen

Im Soundlabor des interaktiven Museums AUDIOVERSUM können Kinder ihrer Kreativität freien lauf lassen. Abenteurer dürfen sich auf eine Nachtwanderung mit der Taschenlampe durch den Garten des Riesen in den Swarovski Kristallwelten freuen. Im Spielturm laden Animation und Kinderschminken zum Verweilen ein. Das Jugendland Funtasy (Innsbruck) lädt zum Mitmachen bei Zirkus, Akrobatik, Tanz und Schauspiel und beflügelt die Fantasie im Kreativ-Atelier. Wer sich mit Malerei, Skulptur, Architektur, Design und Medienkunst auseinandersetzen will, der sollte bei der Biding.Kunst- und Architekturschule für Kinder und Jugendliche in Innsbruck vorbeischauen.

Das etwas andere Kulturerebe

Neben Publikumsmagneten wie dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum gibt es in den Regionen besondere Museen zu entdecken.

Gruseliger Brauchtum wird im Krampusmuseum in Kitzbühel gelebt. Der Krampus ist eine regionale Tradition im Tiroler Unterland. Schaurige Fratzen und furchteinflößende Gewänder führen ins Reich der Dunkelheit und informieren über den bäuerlichen Brauchtum. Dem Maskenschnitzer vor Ort darf man bei der Produktion der gruseligen Larven (Masken) über die Schulter blicken.

Das Krampusmuseum Kitzbühel widmet sich einem gruseligen regionalen Brauch.
Das Krampusmuseum Kitzbühel widmet sich einem gruseligen regionalen Brauch.
- langenacht.orf.at

Eine Reise in die Vergangenheit machen Besucher in der Knappenwelt Gurgltal bei Tarrenz. Das Freilichtmuseum gewährt anschauliche Einblicke in die Welt des Bleiabbaus vom Mittelalter bis ins 16. Jahrhundert. Im Museum der Heilerin stehen das Wissen und Können der Frauen im Mittelpunkt. Während im Knappenhaus traditionelle Köstlichkeiten auf dem Herd zubereitet werden, darf man beim Schmied selber Hand anlegen.

Selbst alteingesessene Tiroler zum Staunen bringen will das erste Tiroler Holzmuseum in Auffach (Wildschönau). In der Holzschnitzer-Schauwerkstätte warten über 3000 Exponate, ein eigenes Forschungszentrum für Holzwürmer, Großvaters Leistenwerkstatt und viele kuriose Ideen und Geräte.

Das Stöffelhäusl bei Reith i. A. blickt auf eine 500-jährige Historie zurück.
Das Stöffelhäusl bei Reith i. A. blickt auf eine 500-jährige Historie zurück.
- langenacht.orf.at

In Reith im Alpbachtal steht seit mehr als 500 Jahren das „Stoffelhäusl“. Das kleine Holzhäuschen ist das älteste noch erhaltene Knappenhaus vom Bergbau am Reither Kogel und diente bereits als Faktorei, Krame, Bergschmiede, Krämerladen und sogar Versammlungsort der Zeugen Jehovas. In der Langen Nacht der Museen widmet sich die Kulturstätte der Geschichte der Zillertaler Protestanten und zeigt Originalrequisiten, „lutherische Schriften“, Bücher, Postkarten, Fotos und Dokumente von und über die Verfolgung religiöser Minderheiten sowie deren neuer Heimat in Schlesien und Chile. Zwischendurch gibt es Lesungen aus Briefen der Vertriebenen.

550 voll funktionsfähige Schreibmaschinen und etliche Versuche, Zeichen auf Papier zu bringen, stellt das Schreibmaschinenmuseum in Wattens zur Schau. Neben der 150-jährigen Entwicklungsgeschichte ermöglicht ein betriebsbereiter Fernschreiber mit Lochstreifen den Einblick in die Datenfernübertragung.

Der Aufbruch gegen die sexuelle Unterdrückung der 1960er Jahre steht im Kunstraum Innsbruck im Fokus. Die Werke Betty Tompkins thematisieren die Sexualisierung unserer Gesellschaft und sind bis heute aktuell. Mit der Führung „Der Eros in der Kunst – Provokation oder Menschenbild“ wird das Thema Sex aus kunsthistorischer Sicht beleuchtet. Achtung: Der Besuch der Ausstellung ist erst ab 18 Jahren erlaubt.

Museumsbesuch für Couchpotatoes

Mit 17 Stunden Berichterstattung widmet ORF III dem Kunstevent des Jahres einen eigenen Programm-Schwerpunkt. Ab 9 Uhr zeigt der Kultursender den ganzen Tag Dokumentationen über einige der renommiertesten Kulturhäuser Österreichs. Zwischendurch sind immer wieder Live-Einstiege mit hochkarätigen Interviewgästen geplant. (TT.com)