Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 11.10.2017


Bezirk Reutte

Fresken sind zurück im Lechtal

Werke von Anton Christian frisch restauriert und in der Montage künftig auch flexibel.

© TscholDas Fresko „Leben und Schaffen im ländlichen Raum“ wurde gestern an der Fassade der NMS Lechtal angebracht.Foto: Tschol



Von Simone Tschol

Elbigenalp – Über Monate hinweg setzte sich der Kulturverein LechtalSpuren mit Obmann Stefan Hanny und seinem Team aktiv für die Erhaltung zweier Fresken des Künstlers Anton Christian, Sohn des Malers und Restaurators Anton Kirchmayr, ein. Unter erheblichem Zeitdruck mussten die beiden Werke Anfang April vom alten Gemeindehaus in Bach abgenommen werden. Ansonsten wären sie dem Abbruchbagger zum Opfer gefallen (die TT berichtete).

Seither kümmerte sich die Firma Artess, welche sich auf die Konservierung und Restaurierung denkmalgeschützter Objekte spezialisiert hat, in ihren Werkstätten in Sillian in Osttirol um die beiden Fresken. Inzwischen sind sie restauriert, mit einer Spezialrückseite versehen (das Material stammt aus dem Flugzeugbau) und auch gerahmt.

Gestern war es dann so weit: Das größere der beiden Fresken – 4,7 m x 3,3 m groß und rund 1500 Kilogramm schwer –, welches Leben und Schaffen im ländlichen Raum thematisiert, wurde mittels Kran an seinen neuen Platz – an die Fassade der Neuen Mittelschule Lechtal – gehievt. Und mittendrin in der Schar herbeigeeilter Schaulustiger: die Mitglieder des Kulturvereins LechtalSpuren. „Jetzt, da die Farben aufgefrischt sind, fällt erst auf, wie verwittert es vorher war. Während andere Fresken in den Putz eingearbeitet werden, wurde dieses gerahmt. So kann es jederzeit wieder problemlos abgenommen werden“, freut sich Franz Kapeller, Kassier im Verein LechtalSpuren. Und Schriftführerin Sieglinde Haider meinte mit Blick auf das fertige Werk: „Es ist schon wichtig, dass unser Kulturverein das geschafft hat.“

Das zweite Fresko, das den heiligen Florian zeigt, bleibt in Bach. Es wurde gestern Nachmittag angeliefert.

Anton Christian ist einer der profiliertesten zeitgenössischen Künstler des Landes. Die Kosten für die gesamten Arbeiten in Höhe von zirka 50.000 Euro werden daher auch zur Gänze von der Kulturabteilung, der Landesgedächtnisstiftung und dem Denkmalamt getragen.