Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 20.10.2017


Kunst

Spurensucher und Zeichensetzer

Fünf Positionen in der Innsbrucker Galerie Km0, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

© fiechtnerTeil der Installation der Innsbrucker Künstlerin Romana Fiechtner.Foto: Km0



Von Edith Schlocker

Innsbruck – Mit ihren 700 Quadratmetern Ausstellungsfläche in bester innerstädtischer Lage ist die Innsbrucker Galerie mit dem sonderbaren Namen Km0 eine der größten weit und breit. Um trotzdem im lokalen Kunstgetriebe kaum mitzumischen. Was sich allerdings ändern soll, indem hier zukünftig regelmäßig auch Tiroler Künstler präsentiert werden.

In der aktuellen Schau etwa Heidi Holleis, die einen Raum mit ihren aus mit Holzasche vermischten Temperafarben gemalten Bildern bespielt. Das Experiment, das Spiel mit dem kalkulierten Zufall ist ein wesentlicher Teil dieser Art von Malerei. Da gibt es ganz karge, auf subtile Spuren und Rinnsale reduzierte Arbeiten genauso wie dichte, von klaren Zeichensetzungen dominierte. Ihr neuestes Bild hat Holleis auf die Rückseite der Leinwand gemalt. Das eigentliche Bild machen allerdings jene Reste von Farbe aus, die an die Oberfläche diffundieren.

Kontrastprogramm im Untergeschoß, wo die Innsbrucker Kosuth-Schülerin Romana Fiechtner ihre multimediale Recherche zum Thema Wasser präsentiert. Dazu war die Künstlerin abseits touristischer Trampelpfade fotografierend in Venedig unterwegs. Die selbst in der Dunkelkammer ausgearbeiteten Ergebnisse kommen sehr malerisch daher, umhängen einen roh gemauerten Trog, der einen venezianischen Kanal nachbilden soll, auf dem 16 winzige Flaschen schwimmen, die mit Venedig-spezifischen literarischen Zitaten bestückt sind.

Dazu passt die Installation von Gian Luca Bianco und Gian Domenico Troiano nebenan gar nicht schlecht. Die Geschichte, die sie anhand von Collagen erzählen, handelt von dem durch den Menschen bedrohten Gleichgewicht der Natur. Neuerlicher Themenwechsel im Erdgeschoß, wo Carlo Dell’Amico seine monumentalen, raffiniert mit Perspektiven spielenden Wandobjekte zeigt. Oft inspiriert von Architekturen, was ihn mit Marco Williams Fagioli verbindet, dessen Fotografien meist an Details festgemacht sind.




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