Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 03.11.2017


Bezirk Landeck

Bezirksmuseum rückt ein Genie ins rechte Licht

Verein widmet dem Barockbaumeister Jakob Prandtauer ein eigenes Zimmer auf Schloss Landeck. Museumsobmann ist zufrieden mit der Sommerbilanz.

© WenzelBarockbaumeister Jakob Prandtauer (1660–1726) soll auf Schloss Landeck stärker ins Blickfeld rücken, wie Museumsobmann Christian Rudig (l.) erläuterte. Kulturreferent StR Jakob Egg (r.) begrüßt das Projekt.



Landeck – „Jakob Prandtauer war auf Schloss Landeck bisher nicht seiner Bedeutung entsprechend präsentiert“, erklärte der Landecker Bezirksmuseumsverein in Zusammenhang mit dem aktuellen Leader-Projekt, das mit 48.200 Euro dotiert ist, im Frühjahr – die TT berichtete.

Inzwischen hat der Verein mit Obmann Christian Rudig zahlreiche Hebel in Bewegung gesetzt, damit das neue Prandtauer-Zimmer rechtzeitig im April 2018 eröffnet werden kann. „Wir bauen Stift Melk im Modell-Maßstab nach“, verrät Christoph Wachter vom Museumsverein. Auch ein Brückenmodell des Barockbaumeisters wird nachgebaut. Die von Prandtauer geplante Brücke über den Fluss Melk ist übrigens nie realisiert worden.

Dazu kommen laut Wachter diverse Info-Tafeln und ein Fernrohr, mit dem die Besucher das Prandtauer-Geburtshaus in Stanz sehen können. „Mit Stanz ist eine Kooperation geplant, der Geburtsort des Baumeisters soll in das Projekt eingebunden werden“, sagte Wachter am Donnerstag. Der Landecker Amateurfilmer hat auch eine 15-minütige Prandtauer-Doku produziert. Man sehe es als Bildungsauftrag, „den genialen Barockbaumeister stärker im Bewusstsein der Region zu verankern“, betonten Rudig und Wachter.

Einen großen Beitrag dazu leistet auch die Wiener Kunsthistorikerin Huberta Weigl, die ein zweibändiges Werk verfasst hat. Dieses geht laut Weigl Anfang 2018 in Druck und soll im Rahmen der Eröffnung des Prandtauer-Zimmers präsentiert werden.

Zur jüngsten Sommersaison im Schlossmuseum, die am 26. Oktober endete, sagte Rudig: „Mit 20.000 Besuchern sind wir rundum zufrieden. Wir haben sogar eine leichte Steigerung bei den Eintritten.“ Führende Nation bezüglich Herkunft der Kulturtouristen bleibe Italien, weiß Rudig. Kulturreferent StR Jakob Egg hob hervor: „Auch die Galerie auf Schloss Landeck findet hervorragende Akzeptanz. Es ist die einzige überregionale Galerie für bildende Kunst im Bezirk. Sie wird übrigens kostendeckend geführt.“ (hwe)