Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.06.2018


Bezirk Imst

„Das wohl kleinste Museum der Welt“

Mils, der kleinste Ort des Bezirks, hat auch ein kleines Museum in einer Nische des Gemeindeamtes. Kürzlich wurde mit einer Münzausstellung der Reigen von Veranstaltungen von „800 Jahre Mils“ begonnen.

© PaschingerBM Markus Moser und Leni Bullock sind stolz auf das kleine Museum.



Von Alexander Paschinger

Mils b. I. – Auch wenn sie die flächen- und bevölkerungsmäßig kleinste Gemeinde des Bezirks ist – Mils hat heuer doch etwas Großes zu feiern. Vor exakt 800 Jahren wurde der Ort (der Name kommt von „Mühle“) erstmals in einer Urkunde erwähnt. Übrigens hängt mit der Ortschaft auch das Rittergeschlecht der „Milser“ zusammen, das eng mit der Burg Klamm bei Obsteig und der „Bluthostien-Legende“ von Seefeld verwoben ist. Dass aber die Ersterwähnung nur ein Streiflicht einer viel längeren Geschichte ist, das beweist auch ein Blick in das „wohl kleinste Museum der Welt“, wie Dorfchronistin Leni Bullock augenzwinkernd bemerkt.

Wer nach einem Museumsgebäude Ausschau hält, der sucht vergebens. Es ist auch kein Trakt oder Raum – vielmehr eine Nische im Foyer des Gemeindehauses. Bislang beherrschten zwei Themen die beiden gegenüberliegenden Wände: einmal die Sammlung der Bilser Böller und zum Zweiten die „Piloten“ – das sind Eisenummantelungen um hölzerne Brückenpfeiler.

15 Münzen erzählen eine lange Milser Geschichte.
- Paschinger

Neu ist allerdings seit wenigen Wochen ein kleiner, aber feiner Holzschaukasten. Darin gibt es 15 Münzen zu sehen – alle in und um Mils gefunden. „Etwas Handfestes für die Geschichte“, freut sich Bürgermeister Markus Moser. Dass die Milser Geschichte nicht erst vor 800 Jahren begann, davon erzählen drei römische Münzen. Der Imster Hobbyforscher Reinhold Perktold hat sie gefunden und den Milsern übergeben. Doch Perktold, der am Freitagabend bei der Eröffnung der Münzausstellung auch sprach, hat noch mehr Münzfunde gemacht. Besonders interessant sind dabei die Fundstücke aus der Larsenn. Auch das ist ein Streiflicht der Geschichte. Denn während in der Pestzeit viele Orte rund um Imst arg von Seuchen getroffen wurden, zogen sich manche Milser in die Schlucht zurück. Selbst in der Karte von Peter Anich scheint diese als „Hofstatt“ auf.

Anlässlich dieser Veranstaltung öffnete auch Leni Bul­lock ihr Archiv: Seit 18 Jahren hütet sie die Milser Dorfchronik akribisch in gebundenen Jahrbüchern.