Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 21.06.2018


Kunst

Delikat unaufgeregte Stillleben

Die Innsbrucker Galerie Maier präsentiert Walter Nagl in seiner ganzen, sich immer wieder wandelnden Vielseitigkeit.

© galerie maier„Ischia“ von Walter Nagl 1998 in Öl auf Leinwand gemalt.Foto: Galerie Maier



Von Edith Schlocker

Innsbruck – Seinen 80. Geburtstag feiert Walter Nagl zwar erst im nächsten Jahr, was die Galerie Maier aber nicht hindert, dem Oberländer Künstler bereits jetzt eine Personale zu widmen. In der er sich in seiner ganzen Vielseitigkeit vorstellt, als Maler pastelliger Bilder genauso wie als Bildhauer. Der Reigen des Gezeigten beginnt mit ganz frühen Akademiearbeiten und endet im Heute.

Lehrer des Grinzeners an der Wiener Akademie waren der Bildhauer Hans Andre und der Maler Herbert Boeckl, dessen legendären Abendakt Nagl besucht hat und den er als seinen prägenden Lehrer bezeichnet. Von Boeckl hat er sein Faible für die Farbe geerbt. Die oft eine der Realität fremde ist, allein mit Stimmungen zu tun hat, Verfasstheiten des Künstlers beim Akt des Malens.

Walter Nagl ist der Schöpfer unaufgeregt stiller, klar komponierter Bilder, schwelgend in einem delikaten Kolorit. Während in den frühen Arbeiten noch Konkretes gemeint war, werden sie mit den Jahren zunehmend abstrakter, zelebriert in der Fläche und reduziert zu Zeichen für Berge und Täler, für Seen und Himmel, Pflanzen und Architekturen. Mit der Konsequenz, dass Nagl letztlich ein Stilllebenmaler ist, egal, ob er Früchte und Blüten, ein Memento mori oder mediterrane Landschaften meint.

Walter Nagl konnte sich nie zwischen der Malerei und der Bildhauerei entscheiden. Da gibt es Phasen, in denen er sich im Dreidimensionalen wohlfühlt, und andere, in denen er sich in der Fläche auslebt. Wobei die zunehmende Reduktion auch in der Bildhauerei unübersehbar ist, eine konkrete Personalisierung einer Darstellung des Menschen – meist der Frau – schlechthin weicht. Spielend mit Oberflächen, die ganz glatt oder gemustert strukturiert sein können, um letztlich als malerisches Moment daherzukommen.


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