Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 12.08.2018


Innsbruck-Land

Der Drucker, der Fotos wie

Gemälde inszeniert

Paul Santek ist Fotograf. Seit heuer bietet er in seiner Haller Werkstatt hochwertigen Druck von Bildern an. Als einer von nur 14 Ilford-zertifizierten Betrieben europaweit.

© Foto TT / Rudy De MoorPaul Santek reinigt mit dem elektrostatisch aufgeladenen Roller die Drucke. Sie können hinter Acryl aufgezogen werden.Fotos: De Moor, Hundertpfund



Von Alexandra Plank

Innsbruck – Wer den Fotografen Paul Santek dieser Tage besuchen will, durchquert eine Baustelle. Erst vor Kurzem hat der Fotograf seine Werkstatt in Hall eröffnet, die Räumlichkeiten beherbergten einst ein Fitness-Center, wovon zahlreiche Nasszellen zeugen.

Seine Arbeitsräume dominiert indes ein großes Gerät. „Um es vereinfacht zu sagen, funktioniert es wie ein handelsüblicher Haushaltstintenstrahldrucker, aber es kann auch auf starkem, strukturiertem Papier drucken“, erklärt Santek. Die wahre Technologie des Druckers liege aber in der Tinte und der richtigen Umrechnung der Farben. Er habe sich die Handhabung der Maschine selbst beigebracht und dazu ein halbes Jahr gebraucht. „Mit dem Drucken habe ich mich jetzt zwei Jahre beschäftigt. Ich bin Perfektionist und habe nun das Niveau erreicht, das ich haben will“, sagt der Einzelunternehmer. Als Sahnehäubchen ist sein Betrieb vom Papierhersteller Ilford zertifiziert, das heißt, der Tiroler musste Drucke einer Jury vorlegen, diese wurden bezüglich ihrer Farbqualität und Vermessung für qualitätsvoll empfunden. Derzeit gibt es 14 Betriebe in Europa, die diesen Prozess durchlaufen haben.

An Kunden fehle es nicht. Derzeit arbeitet er unter anderem mit der Haller Galerie Salvatore zusammen. Hier gehe es darum, Kunstwerke zu reproduzieren und in limitierter Auflage zu verkaufen. „Auch von Hotels werden solche Nachdrucke gerne bestellt, weil der Schaden, wenn sie beschädigt oder entwendet werden, überschaubar ist“, erklärt Santek.

Auch Privatpersonen würden vermehrt zum gedruckten Bild in hoher Qualität tendieren. „Es ist so, dass wir alle unzählige Bilder am Handy oder am Tablet gespeichert haben, aber diese praktisch nie anschauen. Ein gedrucktes Bild hänge ich mir auf und erfreue mich lange daran“, sagt der Fotograf. Seinem Betrieb komme zugute, dass die Menschen immer stärkere Sehnsucht nach Beständigkeit hätten, in einer Zeit, die atemlos geworden sei. Auch die Fototapete würde fröhliche Urstände feiern. Santek hat bereits eine mehrteilige produziert. Das Motiv: „Ein Halbakt fürs Schlafzimmer“, sagt er schmunzelnd.

Das Papier werde bei jedem Druck hinsichtlich des Motivs und des Präsentationsortes ausgewählt, die Farbabstimmung und -vermessung sei zentral. Santek druckt groß-, aber auch kleinformatig. Unter 20 x 20 nimmt er nur größere Mengen in Auftrag. Seine Arbeit präsentiert er immer wieder beim Treffen des Unternehmernetzwerks BNI-Chapters Nordkette, Alle Infos unter www.paulsantek.com.




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