Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 20.09.2018


Kunst

Kunst prägt Geld, wo Geld Kunst prägt

Das Geld nützt nur, wenn es in Bewegung bleibt – dieses Motto wird bei Thomas Ellers Werk „The Bounty (Euro)“ gleich bildlich verarbeitet.

© Thomas Eller, 2012, Sammlung HauDas Geld nützt nur, wenn es in Bewegung bleibt – dieses Motto wird bei Thomas Ellers Werk „The Bounty (Euro)“ gleich bildlich verarbeitet.



Hall i. T. –Am Anfang war das Geld“, setzte schon Klaus Staeck in seinem Plakat von 1973 fest. Eine Arbeit, wie geeignet für die Sammlung von Anwalt Stefan Haupt, dessen 270 Werke starke Kollektion sich ausschließlich um das Thema Geld dreht. Eine Auswahl davon wurde den Sommer über in der Galerie im Traklhaus in Salzburg gezeigt und landete jetzt als Schau mit dem Titel „Kunst prägt Geld“ in der Münze Hall.

Hier im Umfeld der historischen Münzprägestätte funktioniert das Experiment, weil es das Thema in die Gegenwart verlagert. Leiterin Julia Sparber-Ablinger kombiniert die Auswahl mit Leihgaben der Oes­terreichischen Nationalbank, etwa einer Serie von Münzkollektionen. Wodurch Reibungsfläche entsteht, zwischen Werken und Geld selbst. Stehen die Werke der Sammlung Haupt doch den rein monetären Werten auch kritisch gegenüber: So etwa Katharina Arndts „Tyler“, eine Arbeit auf Lackfolie, die das Motiv des Geldes gar nicht braucht, um klar zu sein: „We buy things we don’t need, with money we don’t have, to impress people we don’t like.“ Missverständnisse ausgeschlossen. Ebenso wie bei Annett Deppes „Mein letztes Hemd“, gefaltet als Origamifigur, oder das Objekt „Schwarzgeld“ von Ottmar Hörl, eine offene Geldtasche mit schwarzen Scheinen. Weniger mit Sprache als mit Klischees spielt die Serie verarbeiteter Banknoten von Barton Lidicé Beneš: Das Pfund hier zum Teebeutel gefaltet, der Franc zum Schneckenhaus.

Auch im zweiten Raum braucht es mit dem monumentalen Gemälde von Peter Sengl, auf dem sich 22 berühmte Österreicher(innen) von Schillingbanknoten finden, keinen sperrigen theoretischen Überbau. Die Schau bleibt klar, aber auch simpel. Höchstens in den „Dollarnoten“ von Joseph Beuys wird dann doch ein Nachdenken über Symbol- und Marktwert angeregt. Dieses führt zur Erkenntnis, dass das Thema Geld wohl auch ein schwieriges Sammlungsgebiet ist. Schließlich kommt man ums „Haben“ oder „Nicht-Haben“ nicht herum. Ein Dazwischen gibt es nicht. (bunt)