Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 01.10.2018


Innsbruck

“de-decode“-Installation ist wohl bald Geschichte

© hinterhuber



Innsbruck – Christoph Hinterhubers seit fast zehn Jahren von der Brücke der alten Hungerburgbahn leuchtende Installation „de-decode de-recode re-decode re-recode“ ist das Licht ausgegangen. Wohl endgültig, nachdem Ende August durch einen Vandalenakt die Metallboxen mit den Transformatoren, die die 70 Zentimeter hohen Buchstaben zum Leuchten bringen, mit Gewalt kaputtgetreten worden sind. Und die, da die Holzplanken der Brücke morsch sind und deshalb von Amts wegen nicht mehr begangen werden dürfen, nicht repariert werden können.

Womit dem gerade durch seine geheimnisvolle Zeichenhaftigkeit reizvollen Lichtobjekt wohl dasselbe Schicksal droht wie Oswald Oberhubers „Röhrenplastik“ in den 1970er-Jahren. Nämlich in viele Teile zerlegt im landesmusealen Depot in Hall zu landen, sofern sich nicht ein neuer Ort findet. 2013 hat das Land Tirol Hinterhubers aus 32 pinken Buchstaben und vier weißen Bindestrichen bestehende, 54 Meter lange Neon-Installation gekauft, nachdem sie vier Jahre die sich von der Haller Straße Innsbruck Annähernden mit seinen poetischen wie nicht eindeutig de- bzw. recodierbaren Botschaften erfreute.

Die Stadt Innsbruck und eine Reihe von Sponsoren hatten die Installation auf der denkmalgeschützten Brücke der alten Hungerburgbahn ermöglicht, nachdem sie bereits 2006 – verteilt auf 31 Vitrinen – im Außenraum der Wiener Kunsthalle zu sehen war. Die damalige Innsbrucker Bürgermeisterin Hilde Zach hatte im Jänner 2009 höchstpersönlich den Knopf gedrückt, damit den pinken Codes das Licht aufgeht. Der Abbau des ikonischen Kunstwerks soll bereits im Oktober über die Bühne gehen. (schlo)




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