Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 04.10.2018


Innsbruck

Drei Powerfrauen, die inspirieren

© KHM



Innsbruck – Die 100.000 Besucher, die die große Ferdinand-Ausstellung im vergangenen Sommer gehabt hat, wird die heurige wohl nicht mehr knacken. Aber immerhin 56.000 haben in den vergangenen, schönwetterbedingt ausstellungsfeindlichen Monaten die Schau „Frauen. Kunst und Macht“ gesehen, in der es um drei kunstsinnige Habsburgerinnen geht. Selbst porträtiert von den angesagtesten Meistern ihrer Zeit und umgeben von einer erlesenen Auswahl der von ihnen gesammelten Objekte aller Art.

Wer die nur noch bis kommenden Sonntag laufende Schau sehen will, muss die Bauernrüstkammer durchqueren, deren Wände bis Ende Oktober 14 mehr oder weniger begabte Mitglieder der Tiroler Kunstakademie mit rund 80 Arbeiten behängt haben. Was sie eint, ist, dass sie auf die unterschiedlichste Art und Weise von den hochkarätigen Objekten der Sonderschau inspiriert sind, zeichnend, malend oder bildhauernd paraphrasiert in naiver, surrealer, expressiver oder abstrakter Manier.

Ganz wunderbar im Vergleich dazu ist Joachim Patinirs 1515 gemaltes Gemälde „Die Marter der heiligen Katharina“, das noch bis Ende Oktober Gast auf Schloss Ambras ist, bevor es aus der Kunst- und Wunderkammer wieder in seine heimatliche Gemäldegalerie des Wiener Kunsthistorischen Museums zurückkehrt.

In der „Langen Nacht der Museen“ diesen Samstag gibt es auf Ambras jede halbe Stunde Führungen, in denen es um Harry Potter genauso wie um Powerfrauen, Ritter, Helden und Wunderwelten geht. Und da sich 2019 der Todestag von Maximilian I. zum 500. Mal jährt, ist auch die nächstjährige Ambraser Sonderausstellung dem „Lob und ewigen Gedachtnus“ des „letzten Ritters“ gewidmet. (schlo)