Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 17.10.2018


Landesmuseum

Datum und Kosten killen geplanten New-York-Deal des Ferdinandeums

Der Plan, die Maximilian-Schau des Metropolitan Museum New York ins Ferdinandeum zu holen, ist geplatzt.

null

© Thomas Boehm / TT



Von Edith Schlocker

Innsbruck – Die 18 originalen – mit Hilfe der Landesgedächtnisstiftung renovierten – Relief­s des Innsbrucker Goldenen Dachls werden zwar eines der Highlights der großen Maximilian-Ausstellung im New Yorker Metropolitan Museum of Arts im kommenden Jahr sein, der Plan, eine abgespeckte Version der Schau anschließend im Tiroler Landesmuseum zu zeigen, ist allerdings geplatzt. Laut Barbara Psenner, der Vorsitzenden des Vereins Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, aus zweierlei Gründen: dem Datum und den Kosten.

Eine Million Euro hätte der New Yorker Auftritt in Innsbruck gekostet, ist doch der Transport aus Übersee teuer, genauso wie die Versicherung der hochkarätigen Objekte aus den Beständen des Metropolitan Museum sowie weiterer internationaler Sammlungen und Museen. Eine Million Eur­o, die aus dem regulären musealen Budget niemals hätte gestemmt werden können.

Zweiter Grund für die Entscheidung gegen die Schau ist die Tatsache, dass die Maximilian-Ausstellung im Tiroler Landesmuseum erst 2020 stattgefunden hätte, also im Jahr eins nach dem Maximilianjahr 2019. In dem der vor 500 Jahren verstorbene „letzt­e Ritter“ in Tirol ohnehin in 75 Veranstaltungen multimedial gefeiert wird, wofür das Land rund fünf Millionen Euro locker­macht. Mit ein Grund, warum Kulturlandesrätin Beat­e Palfrader ausrichten lässt, dass für sie die Sinnhaftigkeit so einer Ausstellung nicht wirklich gegeben sei.

Der Plan, einen Teil der New Yorker Schau im Tiroler Landesmuseum zu zeigen, geht laut Palfrader allein auf die Initiative von Museumsdirektor Wolfgang Meighörner zurück, ohne sich im Vorfeld mit der Landesmuseen Betriebsgesellschaft, deren Gesellschafter der Verein Tiroler Landesmuseum und das Land Tirol sind, abzustimmen. Die bei ihrer Sitzung im September das Ausstellungsprojekt einstimmi­g abgelehn­t haben.

Und darüber hinaus wäre es für die Landesrätin auch nicht wirklich sinnvoll, eine Schau zu fixieren, die unter dem Nachfolger/der Nachfolgerin Meighörners (sein Vertrag endet Ende 2019) über die Bühne gehen würde und bereits bei ihrer Eröffnung praktisch das komplette Ausstellungsbudget des Jahres verschlungen hätte.

Museumsdirektor Wolfgang Meighörner bedauert es sehr, dass die Schau nicht zustande kommt, sei doch schon „sehr viel Hirnschmalz“ in diese geflossen. Die Entscheidung der Gesellschafter, besonders angesichts der hohen Kosten die Schau zu canceln, müsse er zur Kenntnis nehmen. Die Kooperation mit dem Metropolitan Museum of Arts beträfe dieser Teilausstieg aus bereits geschlossenen Verträgen allerdings nicht: werden doch nicht nur die Reliefs des Goldenen Dachls, sondern auch eine Reih­e für das Verständnis von Maximilian wichtige Objekte aus landesmusealen Beständen nach New York reisen.