Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 23.10.2018


Kunst

Landesmuseen ohne Barrieren als Ziel

Am 26. Oktober warten die Museen mit freiem Eintritt und umfassendem Programm für alle auf. Behinderung ist dabei kein Ausschlussgrund.

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© Wolfgang Lackner



Innsbruck – Tirols fünf Landesmuseen mit Standort in Innsbruck laden am Nationalfeiertag kommenden Freitag wieder zum „Tag der offenen Tür“. Landesmuseum, Volkskunstmuseum, Hofkirche, Zeughaus und Tirol Panorama (mit Kaiserjägermuseum) können zwischen 9 und 17 Uhr gratis besucht werden.

Damit auch wirklich jeder von diesem Angebot Gebrauch machen kann, haben die Museen an ihrer Barrierefreiheit gearbeitet. Denn Menschen mit Behinderung benötigen spezielle Vorrichtungen, um ins Gebäude zu gelangen. Und um eine Ausstellung trotz eingeschränkter Sinne erfahren zu können, ist weitere Unterstützung nötig.

Die Verantwortlichen der Landesmuseen GesmbH und von Land Tirol zogen gestern vor der Presse eine Art Zwischenbilanz. Wolfgang Meighörner, der Direktor der fünf Landesmuseen, siedelte deren Grad an Barrierefreiheit, was das Bauliche anbelangt, bei „über 90 Prozent“ an.

Durch Rampen und ähnliche Behelfe seien die Museen für Menschen mit Behinderung erreichbar. Fallweise sei dazu aber zusätzlich die Hilfe eines Mitarbeiters nötig.

Am 26. Oktober wird in den Museen ein umfassendes Programm geboten, für Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen, ganz im Sinne eines Museums für alle. Führungen und Workshops wurden speziell adaptiert, Gebärdendolmetscher stehen bereit. Im Tirol Panorma gibt es handliche Videoguides, mit deren Hilfe Gehörlose durch das Haus geleitet werden.

Natürlich sollen all diese Initiativen nicht nach dem Feiertag flugs wieder in der Schublade verschwinden. Der beim Land Tirol angesiedelte Monitoringausschuss behält ein Auge darauf, dass die Barrierefreiheit weiter vorangetrieben wird. So werden im Volkskunstmuseum als nächster Schritt an die 3000 Objekte mit Erläuterungen in Blindenschrift versehen.

„Abgeschlossen ist Barrierefreiheit aber nie“, sagte Meighörner. Er erntete zustimmendes Kopfnicken von den anwesenden Experten. (mark)