Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 26.11.2018


Tirol

Mobiles Museum in Absam ausgezeichnet

Das Gemeindemuseum Absam wird heute mit dem Tiroler Museumspreis geehrt.

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© Gemeindemuseum Absam



Von Gerlinde Tamerl

Innsbruck – 1967 wurde die Saline in Hall stillgelegt und damit dem bis ins 13. Jahrhundert zurückreichenden Salzbergbau ein Ende gesetzt. Der 50-jährigen Stilllegung des Salzbergbaus widmete das Gemeindemuseum Absam 2017 ein eigenes Ausstellungsprojekt. Dieses „mobile Museum im Container“ wird heute mit dem 6000 Euro dotierten Tiroler Museumspreis 2018 ausgezeichnet.

Dieses Ausstellungskonzept ist klug durchdacht: Ein Seecontainer wurde mit digital aufbereiteten Fotos-, Film- und Audiodokumenten zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Salzproduktion in Absam und Hall ausgestattet und bis Mai 2019 an 23 verschiedenen Standorten aufgestellt. Ein mobiles Museum im öffentlichen Raum also, das zum Beispiel am Innsbrucker Landhausplatz, aber auch in Großbetrieben wie etwa Swarovski Optik präsentiert wurde. Auf diese Weise gelang es, über 5100 Menschen zu erreichen.

Seit der Museumsgründung im Jahr 2010 engagiert sich Matthias Breit für das Gemeindemuseum Absam, das im ehemaligen Gasthaus Kirchenwirt untergebracht ist. Einerseits widmet sich das Museum der Industrie- und der Bergbaugeschichte, andererseits dem in Absam geborenen Geigenbauer Jacob Stainer. Eintritt und Führungen sind kostenlos. Für Breit ist die Vermittlung ein wichtiges Thema. „Wir setzen auf den persönlichen Kontakt. Einen Audioguide werden Sie bei uns sicher nicht finden.“

Auf die Frage, wie das Museum das Preisgeld verwenden wird, antwortet Breit: „Wir werden den angesehenen Mathematiker Christian Hesse einladen, denn für unser Museum spielt die Mathematik eine wichtige Rolle. Ohne sie wäre weder der Geigenbau noch der Bergbau möglich gewesen.“ Drei Vorträge wird Hesse halten, zwei davon in Mittelschulen, denn für Breit soll „die Wissensvermittlung schon bei den Jüngsten beginnen“.