Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 27.11.2018


Bezirk Kufstein

Mit dem Blick des Fotografen

Das Heimatmuseum organisierte in der Galerie Polylog eine Ausstellung für den „Maler von Wörgl“ – den Künstler Helmuth Ascher.

Günther Moschig, Museumsobmann Markus Steinbacher, BM Hedi Wechner, Christoph, Margit und Judith Ascher (v. l.) mit dem neuen Buch.

© OtterGünther Moschig, Museumsobmann Markus Steinbacher, BM Hedi Wechner, Christoph, Margit und Judith Ascher (v. l.) mit dem neuen Buch.



Wörgl – Kaum ein Wörgler hat das Kunstleben der Stadt derart mitgeprägt wie Helmut­h Ascher. Der vor fünf Jahren im 83. Lebensjahr verstorbene Künstler war aber auch ein wichtiger Vertreter der modernen Malere­i in Tirol.

Das Wörgler Heimatmuseum widmete Ascher eine Ausstellung in der Galerie Polylog, die in erster Linie dessen Spätwerk zeigt – also die Bilder nach seinem 80. Geburtstag. Gleichzeitig präsentierte die Familie Ascher ein Buch, in dem das Leben und Werk des Künstlers festgehalten sind.

Helmuth Ascher wurde oft als Maler von Wörgl bezeichnet, „das wird seiner Arbeit aber nicht gerecht“, meinte der Kunsthistoriker Günther Moschig, der eingangs zur Ausstellungseröffnung Einblick in das Schaffen des Künstlers gab. Ascher – gelernter Fotograf – hatte eigentlich seinen ganz eigenständigen Malstil entwickelt, wobei der Wörgler stark von Egger-Lienz, Cuno Amiet und Bildhauer Hubert Oppere­r geprägt und inspiriert wurde.

Zu sehen sind auch Porträts des Wörgler Malers.
Zu sehen sind auch Porträts des Wörgler Malers.
- Otter

Sein Malstil wurde zudem vom Blick des Fotografen und der Klarheit der Strukturen bestimmt. In Wörgl selbst ist der Künstler durch seine Bilder mit dem Blick vom Hennersberg bekannt geworden. „Ascher hat Wörgl so etwas wie eine ästhetische Würd­e gegeben. Etwas, was Architekten und Politiker nicht schafften. Dafür muss man ihm dankbar sein“, meinte Moschig.

Wörgls Bürgermeisterin Hed­i Wechner erinnerte auch an Ascher als Fotografen, „da war er legendär, so wie er seine Fotos komponiert hat, komponierte er auch seine Bilder. Die Fotositzungen dauerten lange, aber es sind dabei tolle Bilder heraus gekommen.“ Und es sei „ein Kompliment für Wörgl, dass Helmuth Ascher die Stadt gemalt hat“, meinte Wechner.

Die Ausstellung ist bis 29. Dezember jeweils am Donnerstag und Freitag von 16.30 bis 18.30 Uhr und Samstag von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 16 Uhr in der Galerie Polylog geöffnet. (wo)