Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 07.12.2018


Kunst

Turi Werkner: Seine Leinwände sind Bücher

© Thomas Boehm / TTTuri Werkner beim Blättern in einem seiner großformatigen Kunstbücher. Die darin enthaltenen Werke nennen sich „Der karierte Regenbogen“.



Eine große Lup­e steckt im Hosenbund des Tiroler Künstlers Turi Werkner. Tatsächlich kann man sie nicht nur als nützlichen Gegenstand, sondern auch als Sinnbild für Werkners künstlerische Tätigkeit verstehen. Turi Werkner, 1948 in Innsbruck geboren, nimmt vermeintlich Beiläufiges nämlich ganz genau unter die Lupe. Schon seit Jahrzehnten durchforstet der „Internet-Verweigerer" Zeitungen, etwa die NZZ, nach verwertbaren Informationen. Er schneidet Artikel und Bilder aus und gestaltet so neue Kunstwerke in eigens dafür vorgesehenen Büchern, etwa einem Terminbuch für Gerichtsverhandlungen. Mit der Umsiedlung seiner visuellen Fundstücke stellt er das Material in einen neuen künstlerischen Zusammenhang, baut Collagen und ergänzt sie mit Malereien und Texten. Im Gespräch mit der TT verrät Werkner, der im Herbst seinen 70. Geburtstag feierte, dass er schon als Kind Bilder aus Zeitschriften ausschnitt und in Hefte klebte.

Einen Teil seines künstlerischen ?uvre, darunter 95 Notizbücher und 5 Hauptbücher, hat Turi Werkner bereits dem Brenner-Archiv für Forschungszwecke überlassen. Einige seiner Kunstbücher werden auch in den Bestand der Bibliothek des Ferdinandeum­s übergehen.

Heute Freitag, 7. Dezember, um 19 Uhr lädt die Bibliothek des Ferdinandeums zu einem Abend für und mit Turi Werkne­r ein. Die Künstlerbücher von Turi Werkner können noch bis 18. Jänner 2019 eingesehen werden. (geta)