Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 07.01.2019


Südtirol

Der Berg als neuer Hotspot für Museen

Auf dem Kronplatz eröffnete vor Kurzem das inzwischen zweite Museum. Ein Haus, das sich (nicht nur) seiner Umgebung widmet.

LUMEN ist das zweite Museum am Kronplatz. Das Gebiet soll ganzjährlich interessant bleiben.

© manuelkottersteger.comLUMEN ist das zweite Museum am Kronplatz. Das Gebiet soll ganzjährlich interessant bleiben.



Bruneck – Neue Blicke auf das alte Thema Berge werfen, das möchte das vor Kurzem eröffnete LUMEN im Südtiroler Pustertal. Genauer im Ski- und Wandergebiet Kronplatz, auf über 2200 Höhenmetern. LUMEN ist das zweite Museums­projekt dort – in unmittelbarer Nähe befindet sich bereits eine von fünf Dependances der Messner Mountain Museen von Südtirols Vorzeigebergsteiger und Museumsleiter Reinhold Messner.

LUMEN ist von seiner thematischen Ausrichtung der Fotografie der Berge gewidmet, aber nicht nur, gehe es laut Direktorin Thina Adams doch darum, LUMEN als „Fenster zu den Dolomiten“ ganzheitlich zu nutzen. Neben einer Dauerausstellung soll auf vier Stockwerken und 1800 Quadratmetern Ausstellungsfläche Platz für wechselnde Projekte da sein, etwa einem Residency-Programm für Fotografen, die sich mit dem Thema Weltkulturerbe Dolomiten auseinandersetzen sollen. Ebenso möchte das Museum Themengebiete wie Tourismus, die politische Dimension der Berge oder die Geschichte und Technik der Lichtbildnerei abbilden. Ein zentraler Bereich ist den Pionieren der Bergfotografie, allen voran den Gebrüdern Bisson, Jules Beck oder Vittorio Sella, gewidmet. Von diesen historischen Positionen aus wagt LUMEN etwa dank einer Kollaboration mit „Red Bull Illume“, dem weltweit größte Wettbewerb für Adventure- und Action-Sportfotografie, den Sprung in die Gegenwart. Weitere Kooperationen bestehen sowohl mit dem Euregio-Projekt TAP (Tiroler Archiv für photographische Dokumentation und Kunst) als auch mit der National Geographic Society, eine Non-Profit-Organisation, bekannt für ihr umfangreiches Naturfotografie-Archiv oder die Stiftung Alinari.

Eine ambitionierte Ausrichtung, so kommen zum Schauraum auch noch ein Eventspace und ein von Sternekoch Norbert Niederkofler betriebenes Restaurant dazu. Mit der Wiederbelebung der 1963 erbauten Bergstation will die Kronplatz AG die Potenziale der Region das ganze Jahr über fördern. Architekt Gerhard Mahlknecht, dessen Studio EM2 Architekten bereits in einem Zubau der Messner-Museen involviert war, und die Mailänder „Gió Forma“ organisierten den Umbau sowie das Ausstellungsdesign.

Nun muss der Kronplatz nur noch beweisen, dass ein Skigebiet zwei Museen aushält. Und ob LUMEN neben dem Zaha-Hadid-Bau von Messner auch neue Impulse zum Thema Berg geben kann. (bunt)