Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 19.01.2019


Kunst

Ausstellung bei den Thomans: Dem Sinnlichen verschrieben

Die gestern eröffnete Ausstellung bei den Thomans erörtert die künstlerische Haltung von Gunter Damisch.

Auch die bildhauerischen Werke (hier: „Aleostrauchsteherort“, 2013) von Gunter Damisch, die auf Basis der Malerei entstanden, stellen den Menschen als Teil eines großen Ganzen in den Mittelpunkt.

© Atelier Gunter DamischAuch die bildhauerischen Werke (hier: „Aleostrauchsteherort“, 2013) von Gunter Damisch, die auf Basis der Malerei entstanden, stellen den Menschen als Teil eines großen Ganzen in den Mittelpunkt.



Innsbruck – Es ist eine Herangehensweise, die viele junge Künstler (wieder) fasziniert: aus der sinnlichen Lust am Malen heraus zu malen; keiner neuen Technologie oder konzeptuellen Anleitung verschrieben. Das war schon Kunst-Alltag bei Gunter Damisch, der Anfang der Achtziger begann. Labels wie „Die neuen Wilden“ wollten damals den Geist der „Fauves“ nochmal aufkeimen lassen. Und unterstreichen, dass die junge Generation des Konzepts überdrüssig war und wieder zurück wollte zum purem, sinnlichem Arbeiten.

Den sinnlichen Aspekt des Arbeitens bei Gunter Damisch streicht auch die aktuelle Ausstellung in der Galerie Thoman hervor, die dem 2016 verstorbenen Oberösterreicher derzeit eine Einzelausstellung widmet. Die erste Zusammenarbeit von Klaus und Elisabeth Thoman mit Damisch fällt in seine Anfangsjahre als Künstler, frisch von der Akademie kommend. Damals richtete die Innsbrucker Galerie ihm eine Schau mit Papierarbeiten aus, die erste große Einzelausstellung im Westen.

Aus dieser Zeit stammen auch einige Werke, die in der aktuellen Schau „Werke 1981–2014“ gezeigt werden. Besonders reizvoll: kleine Malereien, die noch durchaus an einer archetypischen Formgebung orientiert war. Und in einem durchgängig pastosen Auftrag auf die Leinwand gebracht worden waren – und damit an Kollegen wie den Kärntner Franz Grabmayer erinnern.

Im Gegensatz dazu stehen die späteren typischen Pattern, die Damisch entwickelte und in mehreren Malsessions übereinanderlegte. Dadurch entstand eine Malerei in Ebenen, die nicht nur vom typischen, amöbenartigen Netzwerk lebt, sondern auch von den Aussparungen, die Vorarbeiten preisgeben. Vom Großen ins Kleine und umgekehrt und stets den Sinnen und der Natur verschrieben – das war die Herangehensweise von Damisch. Das übersetzte der Künstler auch in seine Skulpturen, die die Schau komplettieren. Und einen Eindruck vermitteln, wie vielfältig und doch in sich geschlossen das Œuvre der neuen, wilden Malerei ist. (bunt)




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