Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 21.01.2019


Kunst

Exquisite Leckerbissen demokratischer Kunst

Bei Maier: "Bretonische Thunfischer" von Carl Moser, 1904.

© G. WatzekBei Maier: "Bretonische Thunfischer" von Carl Moser, 1904.



Innsbruck – Sehr zu Unrecht steht die Druckgrafik oft im Schatten der Zeichnung bzw. Malerei. Fehlt ihr doch die Aura des Einzigartigen des Originals, macht das Wesen der Radierung, des Linolschnitts oder der Lithografie doch gerade die Tatsache aus, dass es davon – je nach Technik – mehr oder weniger große Auflagen gibt. Was sich nicht zuletzt auf die Preise dieser Art von Kunst niederschlägt, sie zu einer sympathisch „demokratischen“ macht.

Dass Druckgrafisches Qualitäten haben kann, die mit den Mitteln der Malerei oder Zeichnung allerdings nie erzielt werden könnten, führt die Galerie Maier in einer exquisiten Auswahl von mehr als hundert Jahre alten oder ganz neuen Blättern vor. Zelebriert als reizvoller Exkurs durch die neuere österreichische Kunstgeschichte, die zeigt, dass sich viele Künstler, die – wie Fritz Wotruba oder Lois Anvidalfarei – eigentlich Bildhauer – oder – wie Herbert Boeckl, Wilfried Kirschl und Norbert Drexel – eigentlich Maler waren bzw. sind, sich trotzdem immer wieder als Druckgrafiker versuchten.

Wobei es gerade bei den Malern letztlich viele doch nicht lassen konnten, ihr Gedrucktes mehr oder weniger zu übermalen, wodurch dieses wieder zum Original wird. Vorgeführt in der Schau durch fabelhafte Blätter u. a. von Fritz Wotruba, Max Weiler, Hermann Nitsch oder Alfred Hrdlicka. Nicht fehlen darf in der Schau natürlich aber auch pure Druckgrafik vom Feinsten in den unterschiedlichsten Spielarten, u. a. von Paul Flora, Carl Moser, Arnulf Rainer, Karl Korab, Fritz von Herzmanovsky-Orlando und Emil Nolde. (schlo)




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