Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.02.2019


Kunst

Künstlerin Heidi Holleis: Auf den Spuren der Geister von gestern

Unermüdlich auf der Spur des Unerklärlichen, mit Worten nicht konkret Beschreibbaren ist die Innsbrucker Künstlerin Heidi Holleis.

„Futur Cube“ von Heidi Holleis, Collage auf Röntgenbild.

© Edith Schlocker„Futur Cube“ von Heidi Holleis, Collage auf Röntgenbild.



Innsbruck — Trotz ihrer 45 Jahre ist die Innsbrucker Künstlerin Heidi Holleis eine, die ständig auf der Suche ist, sich immer wieder neu erfindet. Unermüdlich auf der Spur des Unerklärlichen, mit Worten nicht konkret Beschreibbaren. Um sich mit Hilfe der Malerei, Installation, Computergrafik oder Collage diesem diffusen Etwas anzunähern. In ihrem jüngsten, im openspace.innsbruck präsentierten Zyklus nähert sich Holleis dem Geisterhaften an, das sie seit ihrer Kindheit fasziniert. „The Ghost is me" nennt sie ihre Rauminstallation, sich beziehend auf ein Zitat des französischen Philosophen Jacques Derrida, in dem er vor den alten Geistern warnt, von denen seiner Meinung nach Europa besessen sei. Und genau diese alten Geister beschwört Heidi Holleis auch in ihrer Kunst. Wenn sie etwa Röntgenbilder ihres Vaters aus den 70er-Jahren mit Versatzstücken aus dieser Zeit dekorativ überlagert, fein durchlöchert oder mit einem Schmuckstein besetzt. Vor die galeristische Wand gehängte graue Vorhänge suggerieren ein genauso Auswege wie Ausweglosigkeit vermittelndes Setting aus ihrer Kindheit, die mitten in den Raum gehängte Stoffhülle scheint zu atmen. Ob Geister das tun, sei allerdings dahingestellt. (schlo)