Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 03.03.2019


Kunst

Vergänglichkeit und ewig Währendes

Unter dem Titel „Fels und Schnee“ zeigt Elmar Peintner seine künstlerischen Annäherungen an die monumentalen Naturgewalten.

© HauserUnter dem Titel „Fels und Schnee“ zeigt Elmar Peintner seine künstlerischen Annäherungen an die monumentalen Naturgewalten.



Galtür – Für einen Tiroler ist die Auseinandersetzung mit der Natur, im Speziellen mit der in jeder Beziehung fordernden und alles abverlangenden winterlichen, Teil des Lebens. Im Werk eines Tiroler Künstlers finden Schnee, Eis, Fels als Ausdruck übermächtiger Urgewalten sehr häufig Eingang in dessen Schaffen. Unter dem Titel „Fels und Schnee“ widmete der international mit Preisen ausgezeichnete Oberländer Künstler Elmar Peintner den monumentalen Qualitäten der Bergwelt eine Serie von Arbeiten, die aktuell mit älteren Grafiken mit Berg-Thematik im Alpinarium Galtür zu sehen sind.

Die Auseinandersetzung mit der ihn umgebenden Alpenlandschaft nimmt einen besonderen Stellenwert in Peintners Schaffen seit seiner Jugend ein. Peintners Bezug zu Galtür ist naheliegend, stammte seine Mutter doch aus Galtür.

„Fels und Schnee“, das eine so schnell vergänglich, das andere scheinbar von ewigem Bestand. Um diese Gegensätzlichkeit zum Ausdruck zu bringen, hat sich Peintner einer besonderen Technik bedient. Nähe zur Natur einerseits, grafische Qualitäten andererseits, will er auch plastische Qualitäten und zeitenthobene, atmosphärische Substanz in seine Werke einbringen. Die Blätter, grundiert mit weißem Acryl und beigemischtem Graphit­staub, enge grafische Strukturen darübergelegt, erwecken den Eindruck von Drei­dimensionalität. Der Berg zum Greifen nahe, unantastbar in seiner Erhabenheit.

Es geht definitiv nicht nur um eine Abbildung des Realen, vielmehr um ein unbeteiligtes Festhalten, um ein Dokumentieren. Alles andere als eine Mimesis, liegt die Qualität der Arbeit in der malerisch beziehungsweis­e grafisch erzeugten Ähnlichkeit zu den Dingen, die sich mit dem Begriff Aura wohl am besten fassen ließe.

Teil des künstlerischen Konzepts sind unterschiedliche Distanzen, die es Peintner erlauben, sich eines großen technischen Vokabulars, von akribisch feinster Struktur bis zu großzügig Flächigem, zu bedienen. (hau)

Alpinarium Galtür, bis 21. April, Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei.